HVV in Hamburg : Busfahrer wirft stillende Mutter aus dem Bus

Eine Frau behauptet, sie sei in Hamburg aus dem Bus geworfen worden, weil sie gestillt habe. Die Empörung über den Fall ist groß, der HVV entschuldigt sich, doch findet weder den Busfahrer noch Videoaufzeichnungen.

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07. Juni 2015, 11:07 Uhr

Hamburg | Der Fall einer stillenden Mutter, die nach eigenen Angaben aus einem Bus der Hamburger Hochbahn geworfen wurde, hat am Wochenende für Aufregung gesorgt. Das Unternehmen entschuldigte sich am Samstag bei der Frau, konnte bei seinen Ermittlungen aber keine Hinweise über den Vorfall finden. In sozialen Netzwerken und auf Blogs hatten sich Nutzer über das Verhalten der Hochbahn beschwert.

Auf Facebook teilte die Hochbahn am Samstag mit, es seien alle infrage kommenden Busfahrer angesprochen worden. Gleichzeitig seien Aufnahmen aus dem Fahrgastraum der Busse ausgewertet worden. Auf den Videos sei der Fall nicht zu beobachten, hieß es. „Auch wenn wir den Fall schlussendlich nicht aufklären können, gibt es für uns keinen Grund, an der Aussage der Mutter zu zweifeln. Wir gehen davon aus, dass sie die Angaben zu Linie, Uhrzeit und betreffende Haltestelle in der Aufregung nicht mehr genau machen konnte.“ Nach ersten Angaben hatte ein Busfahrer der Linie M14 die Mutter am Donnerstag aus dem Bus geworfen. Eine Mitfahrerin soll sich gestört gefühlt haben, weil sie ihr Baby stillte. Das Unternehmen stellte klar, dass das Stillen in seinen Fahrzeugen und Anlagen erlaubt sei.

Zu den Stimmen im Netz, die eine Kündigung des Busfahrers forderten, erklärte die Hochbahn, dass ein solcher Fehler ein klärendes Gespräch mit dem Betreffenden zur Folge gehabt hätte. Aber niemals eine Kündigung. „Fehler passieren, das ist menschlich. Das sieht auch die betroffene Mutter so, die das Ausufern der Diskussion hier auf Facebook bedauert.“

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