Tiere : Behörde: Tierheim muss Katzen mehr vor Krankheiten schützen

Eine Katze schaut durch die Stäbe ihres Käfigs. Das Tier wurde in Hamburg ausgesetzt und vom Tierheim an der Süderstraße zur Vermittlung aufgenommen. /dpa/Archiv
Eine Katze schaut durch die Stäbe ihres Käfigs. Das Tier wurde in Hamburg ausgesetzt und vom Tierheim an der Süderstraße zur Vermittlung aufgenommen. /dpa/Archiv

Nach einer Kontrolle des Hamburger Tierheims an der Süderstraße hat das Bezirksamt Mitte den Trägerverein zu Schutzmaßnahmen gegen eine Katzenkrankheit aufgefordert. Die Amtstierärzte hätten am Mittwoch 21 erkrankte Tiere gefunden, die zusammen mit gesunden Katzen untergebracht gewesen seien, sagte eine Bezirksamtssprecherin am Donnerstag. Jetzt müsse der Tierschutzverein ein Konzept vorlegen, wie der Pilzbefall bei den Katzen eingedämmt werden könne. Bei der Kontrolle sei es auch um die Zahl der Hunde und Katzen im Verhältnis zu Personalstärke gegangen. Diese Zahlen würden aber noch ausgewertet.

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23. Januar 2020, 21:55 Uhr

Der Verein hatte die Kontrolle als rechtswidrig bezeichnet, weil die Amtstierärzte keinen Grund für ihr Vorgehen genannt hätten. Es sei schon die zweite Überprüfung in diesem Jahr gewesen. Im vergangenen Jahr sei das Tierheim 23 Mal kontrolliert worden. Das werde als schikanös empfunden, hatte der Anwalt Timo Hohmuth am Mittwoch erklärt und mit rechtlichen Schritten gedroht. Am Donnerstag erneuerte er die Kritik. Die Ergebnisse der Kontrollen seien dem Tierheim nicht mitgeteilt worden, inhaltlich habe man deshalb nicht Stellung beziehen können, kritisierte er weiter.

Die Sprecherin des Bezirksamts versicherte, die Stadt sei an einer gedeihlichen Zusammenarbeit interessiert. «Es gibt aber ein paar Sachen, die gehen nicht», sagte sie mit Blick auf Anzahl der gehaltenen Tiere und die Hygienestandards.

Das Hamburger Tierheim ist nach Angaben des Vereins das zweitgrößte Deutschlands. Zurzeit werden fast 1300 Tiere gehalten. Im Geschäftsjahr 2018/19 hatte der Verein nach eigenen Angaben Rekordeinnahmen von fast 2,5 Millionen Euro verzeichnet. Dank höherer Gelder aus Erbschaften standen den Aufwendungen von rund 5,2 Millionen Euro Erträge von rund 7,6 Millionen Euro gegenüber, hieß es. Die Stadt plant auch in diesem Jahr die Zahlung von rund 1,9 Millionen Euro für die tierschutzgerechte Unterbringung von Fund- und Verwahrtieren ein.

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