Kriminalität : Bande soll Scheinehen vermittelt haben: Razzia im Norden

Wegen des Verdachts der Vermittlung von bis zu 1000 Scheinehen haben Bundespolizei und dänische Sicherheitskräfte zwölf Objekte in Norddeutschland und auf der dänischen Ostseeinsel Ærø durchsucht. Etwa 150 Kräfte seien im Einsatz gewesen, teilte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion in Hannover mit. Allein in Hamburg seien sechs Wohnungen und ein Geschäftsraum betroffen gewesen. Weitere Durchsuchungen fanden in Bremerhaven, auf Sylt sowie auf Ærø statt. Ziel sei es gewesen, Beweismaterial sicherzustellen.

shz.de von
13. Juni 2018, 13:27 Uhr

Festgenommen worden sei niemand. Fünf deutsche Staatsbürger - vier davon mit Migrationshintergrund - gelten als tatverdächtig. Sie sollen in EU-Ländern Personen gesucht haben, die in Deutschland ihren Wohnsitz nahmen und dann zum Schein Menschen aus Asien heirateten. Dadurch konnten diese ein Aufenthaltsrecht bekommen.

Die Eheschließungen hätten überwiegend auf Ærø stattgefunden, weil es dort für Ausländer leichter sei. Es seien aber auch Eheschließungen in den USA erfolgt, wobei in manchen Fällen keiner der Partner anwesend habe sein müssen. In den vergangenen zwei Jahren dürfte die Bande etwa 1000 Scheinehen vermittelt haben.

In einem anderen Großeinsatz gegen bandenmäßig organisierte Scheinehen gingen Ermittler in fünf weiteren Bundesländern gegen Schleuser vor. Laut Bundespolizei wurden 27 Wohnungen und Geschäftsräume in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen durchsucht. Der Schwerpunkt des Einsatzes habe im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt gelegen.

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