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Niedrige Temperaturen : Meteorologen: Sommer in Dänemark und Schleswig existiert nicht

vom
Aus der Onlineredaktion

Es hat schon kältere Julis gegeben, aber die Höchsttemperaturen waren selten so niedrig. Der Juli bleibt ohne Sommertag.

shz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 12:08 Uhr

Flensburg | Bisher hat es in ganz Dänemark noch keinen einzigen meteorologischen Sommertag (mindestens 25 Grad Celsius) im Monat Juli gegeben. Diese kühle Wetterstatistik gilt auch für die bevölkerungsreichsten Teile Schleswig-Holsteins: Die Temperaturkurven der Messtationen für Schleswig, Flensburg, Kiel, Husum, Neumünster und Westerland sind seit Sommeranfang allesamt noch keinmal über die magische Grenze gehüpft. Einzig der 18. des Monats Juni war mit Temperaturen um die 27 Grad heiß genug für den meteorologischen Sommeranspruch.

Rendsburg-Hohn, Norderstedt, Lübeck, Wesel und Heide können 2017 immerhin einen Tag des Sommers im Juli verbuchen. Am 19. Juli stiegen die Temperaturen an diesen Orten auf etwa 26 Grad. Sonst war es das aber auch dort mit dem Warmwetter.

„Wird sind gerade gefangen in einem Wettermuster“, erklärt Diplom Meteorologe Sebastian Wache von der Wetterwelt in Kiel. Es herrsche eine so genannte Fünf-B-Wetterlage, ein Mittelmeertief. Das bringt den Regen vom Mittelmeer zu uns, während Tiefdruckgebiete aus Nordwesten für kalte Luft sorgen und ein Hochdruckgebiet im Norden die Wetterlage blockiert.

Schaut man sich die Wetterdaten für Schleswig-Holstein aus den letzten 25 Jahren an, sind sommerlose Julis gar nicht so ungewöhnlich. 2011, 2004, und 2000 gab es im Sommermonat nie Temperaturen über 25 Grad Celsius. Und 1993 registrierten die Thermometer eine Flensburger Maximaltemperatur im Juli von gerade mal 22 Grad.

Sollten die Temperaturen aber in Dänemark in den letzten sechs Tagen bei unter 25 Grad verharren, wäre dies ein Fall für die Geschichtsbücher. Seit 1979 hat es das nicht gegeben – und seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Dänemark im Jahr 1874 ganze zwei Mal. Das berichtet Dänemarks Meteorologisches Institut (DMI).

„Man muss sagen, dass dies sehr ungewöhnlich ist. Ich lebe selbst seit 38 Jahren hier und ich kann mich an nichts Vergleichbares erinnern“, sagt Frank Nielsen von DMI. Es sei zwar kein besonders kalter Juli, doch die Maximaltemperaturen wären niemals über 23 Grad hinausgekommen, so Nielsen. Ihm zufolge ist vor allem der anhaltende Tiefdruck schuld daran, dass das sommerliche Wetter bisher fehlt.

Die Hoffnung hat er allerdings noch nicht ganz aufgegeben: „Es gibt eine kleine Chance, dass wir die 25-Grad-Marke noch knacken, wenn sich die Prognosen für kommenden Sonntag und Montag noch leicht ändern. Am wahrscheinlichsten ist allerdings, dass wir wieder höchstens 23 Grad erreichen“, sagt Frank Nielsen.

Dem pflichtet Wache bei. Zwar werde es am Donnerstag freundlich, weil ein Zwischenhoch über Benelux uns ein bisschen Sonne beschere. Für Sommertemperaturen dürfte es allerdings nicht reichen, denn schon am Nachmittag kündigt sich über ein Tiefdruckgebiet weiterer Regen an, der die nächste Woche wohl unser steter Begleiter sein wird. Dass die Temperaturen dabei die 23 Grad Celsius überschreiten, sei auch für ihn unwahrscheinlich. Im August ist aber noch alles möglich.

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