Mutmaßlicher Mord in Wulsdorf : Mann soll Ehefrau erstickt und vergraben haben – Prozess beginnt in Lübeck

Eine Polizeistreife vor dem Haus des Paares in Wulfsdorf. Der Wagen der vermissten Andrea L. steht in der Einfahrt./Archiv

Eine Polizeistreife vor dem Haus des Paares in Wulfsdorf. Der Wagen der vermissten Andrea L. steht in der Einfahrt.

/Archiv

Eine Frau verschwindet. Dann kommt heraus, dass sie im Schlaf erstickt und ihre Leiche im Garten vergraben wurde.

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07. September 2018, 10:23 Uhr

Lübeck | Das tödliche Ende einer Ehe steht vom heutigen Freitag (7. September) an im Zentrum eines Mordprozesses vor dem Landgericht Lübeck.

Ein Mann aus Wulfsdorf bei Scharbeutz im Kreis Ostholstein soll seine Frau im Schlaf erstickt und im Garten vergraben haben, um ungestört mit seiner Geliebten zusammenleben zu können. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 40-Jährigen Mord vor. Der Angeklagte, der seit dem 6. Januar in Untersuchungshaft sitzt, bestreitet nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe.

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Am 26. oder 27. Dezember vorigen Jahres soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft seine 41 Jahre alte Frau im Schlaf erstickt haben. Als sie nach den Feiertagen nicht an ihrer Arbeitsstelle in einem Hotel im nahen Ostseebad Scharbeutz erschien, meldeten ihre Kollegen sie am 29. Dezember bei der Polizei als vermisst.

Der Angeklagte erzählte der Polizei, den Nachbarn und den Kollegen, seine Frau sei in die Schweiz gefahren, um dort zu arbeiten. Auch seiner Geliebten erzählte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft diese Geschichte, um das Verschwinden seiner Frau zu erklären. Die Geliebte war bereits kurz nach dem Verschwinden der Ehefrau in das Haus der Familie eingezogen. Sie wusste aber nach Angaben der Staatsanwaltschaft nichts von der Tat.

Der Polizei fielen jedoch Widersprüche in den Aussagen des Mannes auf, so dass er schnell unter Verdacht geriet. Die Leiche der Frau fand die Polizei am 16. Januar. Sie war in Plastikfolie verpackt auf dem Grundstück der Familie vergraben worden. Der gemeinsame Sohn des Paares wird seither von Verwandten betreut.

Für die Hauptverhandlung hat die Schwurgerichtskammer bislang elf Termine geplant. Insgesamt sollen nach bisherigem Stand 32 Zeugen und zwei Sachverständige befragt werden. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Angeklagten eine lebenslange Gefängnisstrafe.

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