Zwei Jahre Dauerstau drohen

Die Bahnhofsbrücke im Verlauf der Fackenburger Allee vor dem Lindenlatz  wird 2016 durch einen Neubau ersetzt werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Neubau der Possehlbrücke noch nicht fertiggestellt.
Foto:
Die Bahnhofsbrücke im Verlauf der Fackenburger Allee vor dem Lindenlatz wird 2016 durch einen Neubau ersetzt werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Neubau der Possehlbrücke noch nicht fertiggestellt.

Lübeck: Abriss und Neubau von Bahnhofsbrücke und Possehlbrücke werden sich zeitlich überschneiden

shz.de von
27. Januar 2015, 16:54 Uhr

Anfang 2016 soll mit dem Neubau der Bahnhofsbrücke begonnen werden. Es wird voraussichtlich eine Ersatzbrücke geben, die hat aber nur eine Fahrspur je Richtung. Autofahrer müssen sich also auf Dauerstaus rund um den Bereich Lindenplatz einstellen.

Die Bahnhofsbrücke aus dem Jahr 1907 wird seit Jahren schon mit der schlechtesten Zustandsnote 4,0 gekennzeichnet. Eine weitere Verschiebung der Baumaßnahme ist nicht mehr möglich. Anfang 2016 kommen die Bauarbeiter. Dann stehen nur noch zwei Fahrstreifen zur Verfügung – entweder auf einer Ersatzbrücke oder in dem das Bauwerk in zwei Hälften errichtet wird und so durchgehend eine eingeschränkte Nutzung möglich ist. Mit entsprechenden Staus – auch auf den Ausweichstrecken über Marienbrücke und Meierbrücke – muss gerechnet werden. Die Bauarbeiten werden zwei bis zweieinhalb Jahre dauern, wenn alles nach Plan läuft. Für die Arbeiten muss die Bahn die Oberleitungen abschalten, was aber nur nachts möglich ist. Die Gesamtkosten werden auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Um den Verkehr nicht zu sehr zu behindern, sollte die Bahnhofsbrücke eigentlich erst erneuert werden, wenn die Possehlbrücke fertig ist. Daraus wird nichts. Der Auftrag für die Arbeiten an der Possehlbrücke wird jetzt ausgeschrieben, Baubeginn könnte im Sommer 2017. Kostenpunkt rund 12 Millionen Euro. Während der Bauzeit ist die Possehlbrücke nur vom Berliner Platz in Richtung Lindenplatz befahrbar.

Lübecks Bausenator Peter Boden und die Leiter der Bereiche für Hochbau- und Straßenbau sowie Hafen und Stadtplanung haben auch die wichtigsten Vorhaben für 2015/16 vorgestellt. Die Umsetzung des Wohnungsmarkkonzeptes ist einer der Schwerpunkte der Stadtplanung. Neue Wohnungen könnten auf dem Gelände der Johannes-Kepler-Schule in Eichholz, im Gründungsviertel in der Altstadt, im Fischereihafen Travemünde und am Baggersand entstehen, ebenso auf der Fläche „An der Wasserkunst“.

Großes Augenmerk gilt auch dem Erhalt des kulturellen Erbes / Unesco mit der Daueraufgabe Altstadtsanierung und Städtebauförderung. Darüber hinaus wird am Konzept Fahrradfreundliches Lübeck gearbeitet wie am Stadtentwicklungskonzept „Lübeck 20130“.

Der Schwerpunkt im Berich Hochbau liegt 2015/16 bei Sanierung beziehungsweise Erweiterung sowie Neubau von Schulen. Ein Großteil der für 2015 anmeldeten und im Haushalt eingestellten Mittel in Höhe von rund 18,5 Millionen Euro fließt in Schulen sowie Kitas. Fortgesetzt wird im laufenden Jahr die Sanierung von Schultoiletten. 12 Standorte sieht die Planung vor. Ob die 585  000 Euro, die in diesem Jahr dafür bereitstehen, reichen, ist noch nicht sicher. Das Gesamtprogramm für die Schultoiletten läuft noch bis 2018.

Schneller fertig werden die Sanierung der Katharinenkirche und der Fassade des Heiligen-Geist-Hospitals sowie des Kulturdenkmals Rathaus. Das Rathaus ist im August fertig, Heiligen-Geist und Katharinenkirche etwa zwei Monate vorher. Rund 8,5 Millionen Euro fließen in diese Gebäude, wobei die Hansestadt Fördergelder erhält.

Auch für Radwege wird viel in Lübeck Geld fließen: Nachdem 2015 die Planung für den Radweg entlang der Travemünde Landstraße und die Antragsstellung für Fördermittel auf dem Programm stehen, ist die rund 400  000 Euro teure Sanierung in 2016 geplant. Auch der Radweg der Roeckstraße wird erneuert. Die besonderen Verhältnisse – viele Bäume und Höhenunterschied zwischen Rad- und Fußweg – erfordern umfangreiche Planung.

Viel Arbeit steht auch im Hafen an: So geht es um Erstellung eines Hafenentwicklungsplans, die Schmutzwasserentsorgung von Kreuzfahrtschiffen und Prüfung der Frage, ob am Skandinavienkai eine Schiffstankstelle für LPG (Flüssiggas) errichtet werden kann. Weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Seeverkehrsprognose des Bundes und dessen Übereinstimmung mit den Lübecker Realitäten.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen