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Lübeck

23. Oktober 2017 | 15:53 Uhr

Zuflucht für Asylsuchende

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübeck auf der Suche nach geeignetem Wohnraum

Die steigenden Zuzüge von Asylsuchenden nach Lübeck stellen die Stadt vor große Herausforderungen. Die Kapazitäten der Unterbringung in Einrichtungen der Stadt sind momentan nahezu ausgereizt. Im Ausschuss für Soziales berichtete Senator Sven Schindler (SPD) auf Grundlage eines Sachstandsbericht des Bereichs Soziale Sicherung zur aktuellen Situation der Versorgung von Flüchtlingen in Lübeck.

Die Zuweisung asylsuchender Personen in die Städte Schleswig-Holsteins erfolgt relativ kurzfristig durch das Landesamt Neumünster. Die Stadt Lübeck ist in diesem Rahmen verpflichtet eine Quote von 7,8 Prozent der beim Landesamt gemeldeten Asylsuchenden anzunehmen. Schon jetzt sind weitaus mehr Flüchtlinge nach Lübeck angereist, als ursprünglich angenommen worden war. 2014 waren es in Lübeck 658 Personen, von denen rund 111 Asylsuchende im Dezember einreisten. In diesem Jahr rechnet die Stadt bisher mit 1000 Menschen, die untergebracht werden müssen.

Als Reaktion auf den immensen Zuwachs an Asylsuchenden sei man bemüht den Wohnraum für diese Personengruppe stetig und bedarfsgerecht zu generieren. Das Wohnungsangebot in der Stadt sei allerdings mittlerweile extrem knapp geworden, die Kapazitäten angesichts des hohen Anstiegs der Zuweisungen fast gänzlich ausgeschöpft. Man werde daher „auch zukünftig immer wieder auf Hotels und Wohnungen aus gewerblicher Vermietung angewiesen sein“, so Senator Schindler.

Nach einem Aufruf seitens Antje Jansens (Linke), von Unterbringungen in Turnhallen abzusehen und Wert auf menschenwürdige Unterkünfte zu legen, erklärte Senator Schindler, es sei generell nicht auszuschließen, dass auch ein solcher Notfallplan verwandt werden müsse. Zwar stünde eine Unterbringung in Turnhallen momentan nicht an, man werde aber im Falle dessen, die in Lübeck ankommenden Menschen nicht nach Neumünster zurückzuschicken.

In Ermangelung einer städtischen zentralen Aufnahmestelle für Asylsuchende wird derzeit eine zentrale Koordinierungsstelle Asyl eingerichtet und mit zusätzlichem Fachpersonal im Umfang von sieben Vollzeitstellen besetzt werden. Neben der Koordinierung von Unterkünften, Leistungsgewährung und Beratung von Flüchtlingen, wird durch die Stelle auch Öffentlichkeitsarbeit übernommen.

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