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Lübeck : Zu Gast in fremden Wohnzimmern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübecker sollen Gäste des Internationalen Hansetags zum Kaffeeklatsch einladen. Im Internet werden Gastgeber und Besucher einander vermittelt.

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 00:35 Uhr

Lübeck | Würden Sie Fremde von der Straße zu sich ins Haus bitten und ihnen Kuchen, Kekse und Kaffee servieren? Was zunächst als abwegig abgetan werden könnte, ist eine neue Idee zum Hansetag. Die Lübecker sollen sich als „Gastgeber der Herzen“ präsentieren, deshalb selbige öffnen und Touristen wie Hansetags-Besucher zu sich nach Hause einladen.

Klingt nach einem Blind-Date? Keinesfalls. Oder zumindest teilweise, denn sowohl die Gäste als auch die Gastgeber werden zueinander geführt. Das übernimmt ein neues Internet-Portal, bei dem sich Interessierte ab sofort anmelden können.

Bis gestern haben sich 204 Lübecker bereits registriert und angeboten, diesen lübschen Klönschnack mit Familienanschluss bei sich zu Hause stattfinden zu lassen. Eine von ihnen ist Gisela van Bentum. „Lübeck liegt mir sehr am Herzen“, sagt die gebürtigen Bochumerin, die seit 1977 an der Trave wohnt. Den Gästen des Hansetages möchte sie vor allem die historischen Gebäude der Innenstadt näherbringen – kein Wunder, wohnt die Pensionärin doch in die Glockengießerstraße in ihrem beispielhaft restauriertem Haus aus dem 14. Jahrhundert. Wer zum „Lübeck-Salon“ am 25. Mai zwischen 14 und 16 Uhr zu ihr kommt, weiß die Pensionärin jedoch noch nicht.

Als Test-Gast schaute gestern zum offiziellen Start der „Lübeck-Salon“-Aktion Bürgermeister – und Vormann der Hanse – Bernd Saxe bei van Bentum vorbei. „Ich freue mich, dass so viele Lübecker sich aktiv am Programm des Hansetages beteiligen und als Gastgeber zum Klönschnack bei Kaffee und Kuchen einladen“, sagte Saxe. Der Lübeck-Salon sei eine einzigartige Chance, persönliche Kontakte zu knüpfen und interessante Menschen kennenzulernen. Ziel sei es zu zeigen, dass man in Freundschaft und Partnerschaft leben könne, so Saxe. „Das war schon zu Hansezeiten so.“

Insgesamt stehen bisher 731 Gästeplätze in privaten Räumlichkeiten zur Verfügung, sagt Andrea Gastager (kl. Foto), Geschäftsführerin der federführenden Lübeck und Travemünde Marketing GmbH. Neben den privaten Gastgebern laden auch 13 öffentliche Salons mit rund 180 Gästeplätzen zum Klönschnacken ein – mit dabei sind eine Senioren-WG, eine Kirchengemeinde, eine Theatergruppe und ganze Straßenzüge wie beispielsweise die Weberstraße und das soziale Wohnprojekt Aegidienhof. Auch der Einzelhandel und Straßengemeinschaften in der Altstadt machen mit. Hier werden die Gäste dann im Schaufenster oder zwischen den Regalen zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Gisela van Bentum hatte an ihren Test-Gast Bernd Saxe noch gleich eine Bitte: „Bis zum Hansetag muss Lübeck aber noch sauberer werden.“


Wer Gast oder Gastgeber sein möchte, Lust auf den überraschenden „Blind-Date“-Effekt hat, kann sich ab sofort unter www.hansetag2014.de anmelden.

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