Lübeck : Zeugin im Axtmord-Prozess: Angeklagter bot sich Merkel als V-Mann an

Der Prozess läuft am Landgericht in Lübeck. /Archiv
Der Prozess läuft am Landgericht in Lübeck. /Archiv

Der Angeklagte wollt „Hilfsgötter“ ins Gefängnis bringen. Er leidet an paranoider Schizophrenie.

shz.de von
01. März 2018, 16:36 Uhr

Lübeck | Mit der Befragung mehrerer Polizisten ist am Donnerstag das Sicherungsverfahren um einen Axt-Mord in Reinbek fortgesetzt worden. Dem an paranoider Schizophrenie leidenden 32-Jährigen wird vorgeworfen, am 17. August 2017 seinen Stiefvater mit einer Axt erschlagen zu haben.

Eine Kriminalbeamtin sagte am Donnerstag aus, sie habe auf dem Laptop des Beschuldigten unter anderem ein Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel sichergestellt. Darin habe er sich als V-Mann angeboten, um die „Hilfsgötter“, die die Menschen verfolgten, ins Gefängnis zu bringen, sagte die Zeugin.

Der 32-Jährige bestreitet die Tat. Mit dem Mord an seinem Stiefvater habe er nichts zu tun, hatte er nach seiner Festnahme ausgesagt. Seither schweigt er.

An einem der nächsten Verhandlungstage will das Gericht auch die als Nebenklägerin auftretende Mutter des 27-Jährigen als Zeugin hören. Sie hatte nach eigenen Angaben seit 2015 die Behörden mehrfach gewarnt, dass ihr Sohn psychisch krank und gefährlich sei. Wegen seiner Erkrankung gilt er als nicht schuldfähig, das Gericht muss über seine Einweisung in eine Klinik für forensische Psychiatrie entscheiden

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