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Lübeck

22. Oktober 2017 | 16:43 Uhr

Wohin steuert der Flughafen?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Schenken Sie uns reinen Wein ein“: Lübecker Grünen wollen wissen, wie es 2014 mit dem Lübecker Airport weiter geht

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Klarheit über die Situation des Lübecker Flughafens fordern jetzt die Grünen ein. In einem offenen Brief haben sich gestern der Grünen-Flughafenexperte Karsten Boie und Thorsten Fürter, Fraktionsvorsitzende der Bürgerschaftsfraktion, an Flughafen-Geschäftsführer Siegmar Weegen gewandt. „Schenken Sie uns reinen Wein ein“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt.

Anlass zur Nachfrage der Lübecker Grünen ist das „widersprüchliche Verhalten des Flughafens“, heißt es in dem Brief. So setze der Airport zwar auf ein Geschäftsmodell, das sich nicht von dem der Vorgänger unterscheide, jedoch beklagt die Fluggesellschaft „Lübeck Airways“, dass sie am Flughafen nicht zum Zuge kommt.

Rückblick: Mitte Dezember 2013 bemängelte der Geschäftsführer der Airline, Michael Hövel, die fehlende Unterstützung durch den Flughafen Lübeck. So kritisierte Hövel Siegmar Weegens Entscheidung, der „Lübeck Airways“ keine Räumlichkeiten am Flughafen Lübeck zur Verfügung zu stellen. „Gegenwärtig sind alle Räumlichkeiten belegt oder verplant. Gerne setzen wir Sie auf die Warteliste wenn Sie uns erfüllbare Spezifikationen zukommen lassen“, hieß es in einer E-Mail an Hövel. Der wiederum kommentierte: „Dies ist einmalig in der Luftfahrtgeschichte, daß ein Flughafen keine Räumlichkeiten für eine Fluggesellschaft bereitstellt, die sich dort ansiedeln will. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa hat es so etwas noch nicht gegeben. Dieses Verhalten erschüttert uns um so mehr, da der vorherige Geschäftsführer, Prof. Dr. Friedel, uns bereits schriftlich zugesagt hatte, daß wir in der jetzigen, weitestgehend ungenutzten Lounge des Flughafens das Servicecenter für unsere Kunden einrichten könnten.“

Die Fluggesellschaft „Lübeck Airways“ wurde 2012 gegründet. Geplant ist, von Lübeck aus „Metropolen in Süd-, Mittel- und Osteuropa“ anzufliegen. Noch befindet sich das Unternehmen in der Planungsphase, in der Geschäftsführer Hövel jetzt bemängelte, dass der Airport der Lübecker Fluglinie trotz mehrfacher Anfragen noch kein Angebot zur Flugzeug- und Passagierabfertigung gemacht habe. „Und dies in einer Situation, in der der Flughafen nach der für den Sommerflugplan 2014 angekündigten Streichung von vier der sieben Ryanair-Strecken ab Lübeck dringend zusätzlichen Verkehr benötigt“, sagt Hövel. Man sei in der Lage, Ryanair „zumindest auf ein oder zwei Strecken zu ersetzen“, so Hövel. Zum Kalkulieren fehle aber das Abfertigungsangebot des Flughafens. Hövel redet Klartext: „Hat die Yasmina den Flughafen übernommen, um ihn herunterzuwirtschaften und dann abzuwickeln?“

Vom Flughafen kam gestern nur eine kurze Stellungnahme: „Ich freue mich über das Interesse und das Engagement der Grünen für den Lübeck Airport und die mit ihm verbundenen Arbeitsplätze“, sagt Siegmar Weegen.

Die Grünen wiederum fordern den Flughafen auf, sich klar zu positionieren. „Vielleicht mögen Sie all denjenigen, deren Hoffnungen auf dem Weiterbetrieb des Flughafens und dem Erhalt ihrer Jobs ruhen, eine Erklärung liefern“, heißt es in dem offenen Brief. Und weiter: „Selbst größten Flughafen-Optimisten ist klar, dass mit einem ,Weiter-so’ keine schwarzen Zahlen zu schreiben sind.“

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