#MeToo-Debatte : Winfried Stöcker beleidigt Belästigungsopfer und Flüchtlinge

<p>Winfried Stöcker war vor Jahren bereits wegen fremdenfeindlicher Äußerungen in die Kritik geraten.</p>
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Winfried Stöcker war vor Jahren bereits wegen fremdenfeindlicher Äußerungen in die Kritik geraten.

Der Lübecker Unternehmer fordert dazu auf, Kinder zu zeugen, um dem „Ansturm unberechtigter Asylanten etwas entgegenzusetzen“.

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11. Januar 2018, 18:40 Uhr

Lübeck | In der #MeToo-Debatte werden immer häufiger Stimmen gegen die Bewegung laut. Der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker, der zuvor bereits wegen fremdenfeindlicher Äußerungen für öffentlichen Unmut sorgte, äußerte sich nun zum Thema der sexuellen Belästigung von Frauen. Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, schrieb Stöcker in einem Brief an seine Mitarbeiter abfällig über die #MeToo-Bewegung und „unberechtigte Asylanten“.

In dem Schreiben des 70-jährigen Eigners des Lübecker Flughafens, das seit dem 21. Dezember 2017 öffentlich auf seinem Blog einzusehen ist, schreibt Stöcker: „Es ist anzunehmen, dass vorwiegend diejenigen unserer Gesellschaft so erbost und hysterisch aufschreien, die von der Natur optisch weniger vorteilhaft ausgestattet worden sind.“ Häufig seien die Schauspielerinnen, die von Filmproduzenten wie Weinstein belästigt werden, selbst Schuld, wenn sie freizügig gekleidet zum Casting gingen.

Stöcker ruft seine Mitarbeiter dazu auf, sich nicht von der Debatte entmutigen zu lassen und an die „netten Jungs und Mädchen“ in der Firma „ranzugehen“. Auf diese Weise könnten sie viele Kinder zeugen und damit dem „Ansturm unberechtigter Asylanten etwas entgegensetzen“.

Auch gegen die Medien teilt Stöcker aus. Diese würden mit der Berichterstattung über das Thema lediglich „den Voyeurismus ihrer beschränkten Leserschaft“ bedienen. „Manipulierte Journalisten-Cliquen“ seien demnach ein „Angriff auf die Demokratie“.

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