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Lübeck

19. November 2017 | 00:38 Uhr

Wie standfest ist der Untergrund?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Probebohrungen und Test-Pfähle vor dem Bau der neuen Possehlbrücke / Unsicherheitsfaktor Baukosten

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 13:08 Uhr

Sie ist mehr als marode, nämlich einsturzgefährdet: Lübecks Possehlbrücke soll dringend ersetzt werden, denn seit Juli 2011 ist wegen der Bauschäden die Fahrbahn verengt und Tempo 20 angeordnet. Seit April 2012 ist die Brücke über den Elbe-
Lübeck-Kanal sogar für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Bei Schwerlastverkehr droht ein schlagartiges Versagen des Bauwerks.

Der Bauausschuss der Hansestadt hatte im November vergangenen Jahres den Weg frei gemacht für den Neubau der Possehlbrücke. Die neue Brücke soll ebenfalls ein einfacher Stahlbetonbau werden. 5,3 Millionen Euro sind im Haushalt eingeplant – wieviel der Neubau kosten wird, könne aber noch nicht exakt gesagt werden, so Stadtsprecher Marc Langentepe gestern. Denn: „Das hängt davon ab, was die angelaufenen Untersuchungen ergeben.“

Und die laufen zurzeit auf Hochtouren. So soll ein Betonpfahl hergestellt und Proben genommen werden. Vor allem müssen die Lübecker Experten den Untergrund untersuchen. Denn als die Possehlbrücke 1956 gebaut wurde, ersetzte sie eine Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1900. Und die stellten die Vorväter auf Holzpfähle. Zurzeit werden im Böschungsbereich Suchschächte angelegt, um die Lage, die Bauweise und den Zustand dieser Holzpfahlgründung der Eisenbahnbrücke festzustellen.

Für den Probe-Betonpfahl werde anschließend eine Arbeitsebene für das Bohrgerät mit einer Fläche von 15 mal 15 Meter und einer Höhe von etwa zwei Meter hergestellt, so Langentepe. Der Probepfahl wird in der kommenden Woche (15. bis 18. April) hergestellt. Wenn nach etwa einem Monat der Beton ausgehärtet ist, solle die Probebelastung erfolgen. „Das ist notwendig, um die Annahmen in der statischen Berechnung zu überprüfen und auch aufgrund der schlechten Baugrund- und Wasserverhältnisse zwingend erforderlich“, sagt Langentepe. Die sogenannten Ausbohrversuche der Holzpfahlgründung starten ab 23. April. Damit soll ermittelt werden, in welchem Zustand die alten Pfähle sind und ob sie eventuell weiter verwendet werden können.

Während der Arbeiten ist die Straße Geniner Ufer im Bereich der Possehlbrücke für den Durchfahrtsverkehr gesperrt. Fuß- und Radverkehr können den Bereich weiterhin passieren. Zum Neubau werde die alte Brücke geteilt und nur eine Seite abgerissen. Wenn die erste Hälfte fertig ist, werde die zweite Seite abgerissen. Die neue Possehlbrücke soll nach letzten Planungen im dann Herbst 2015 fertig sein. Das Bauwerk wird mit 19 Metern rund 1,5 Meter breiter als sein Vorgänger und Platz haben für drei Fahrspuren – zwei davon in Richtung Lachswehrallee. Hinzu kommen breite Geh- und Radwege.

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