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Lübeck

19. Oktober 2017 | 17:25 Uhr

Wie sicher sind Lübecks Brücken?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hansestadt Lübeck weist die Kritik aus der RTL-Show „Barth deckt auf“ entschieden zurück

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 14:47 Uhr

Rund 4,5 Millionen Euro verfolgten am Mittwochabend die RTL Show „Barth deckt auf“. Ein Thema: Lübecks marode Brücken. Die seien offenbar einsturzgefährdet, bis zu 500 Kilogramm schwere Betonteile könnten Passanten verletzen. Die Stadt hält dagegen: Niemand müsse Angst haben, die Brücken in der Hansestadt zu benutzen.

Die besagte RTL Show widmet sich den kleinen und großen Behörden-Skandalen. Grundlage für den Lübeck-Bericht am Mittwochabend war der ADAC-Brückentest aus dem vergangenen Jahr. Demnach stehen drei der vier schlechtesten Brücken in Lübeck. Allerdings wurden bundesweit auch nur 30 Brücken getestet – und das in Absprache mit den betroffenen Städten. Lübeck hatte sich ausdrücklich die Prüfung von alten Brücken gewünscht, um hier eine zweite Expertenmeinung zu erhalten.

Die Hüxtertorbrücke sei Deutschlands schlechteste Brücke, wurde in der TV-Show behauptet. Das stimmt natürlich nicht. Sie lag zwar auf dem letzten Platz des ADAC-Tests, aber in Lübeck gibt es Bauwerke in einem schlechteren Zustand, so die Possehlbrücke und die Bahnhofsbrücke. „Sie kann auch nicht einstürzen, wenn sich eine größere Personengruppe auf ihr befindet“, versichert Marc Langentepe, Sprecher der Lübecker Stadtverwaltung.

Die vom ADAC geforderte Tempo- und Gewichtsreduzierung auf der Rehderbrücke sei noch nicht umgesetzt, kritisiert der RTL-Bericht. Die Stadt hält dagegen: Vor der Rehderbrücke bestehe bereits Tempo 30 und Lkw-Verkehr gebe es dort nicht. Zudem werde der Zustand ständig kontrolliert. „Die Prüfingenieure haften persönlich für ihre Bewertung“, so Langentepe.

Die RTL-Show für Behördenpannen ließ einen Aspekt der ADAC-Untersuchung unerwähnt. In Sachen Brückenmanagement erhielt die Hansestadt Lübeck die Bestnote. Auch nicht erwähnt wurde, dass Lübeck ein Sonderinvestitionsprogramm Brücken aufgelegt hat. Aktuell stehen die Sanierung der Drehbrücke und die Neubauten der Possehl- und Bahnhofsbrücke an. Die Sanierung der Hüxtertorbrücke ist für die Jahre 2017 und 2018 geplant. Geschätzte Kosten: 2,25 Millionen Euro. An der Rehderbrücke sind im Jahr 2016 Ausbesserungen am Mauerwerk vorgesehen.

Bleibt die Frage, warum die Stadtverwaltung die Anfragen von „Barth deckt auf“ nicht beantworten wollte. „Das ist kein journalistisches Format“, sagt Marc Langentepe: „Comedy und Journalismus schließen sich aus.“ Auf eine vernünftige Frage, zum Beispiel über die Verschwendung von Steuergeldern, würde man auch umfassend antworten.

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