zur Navigation springen

Wettstreit: Kiel oder Lübeck für Olympia 2024?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Meinungen über eine Unterstützung der Hamburg-Bewerbung sind geteilt / Klärung am Freitag?

Was wird Olympia kosten? In der Hansestadt wird kontrovers diskutiert, ob eine Bewerbung Hamburgs für Olympia 2024 (oder 2028) unterstützt werden soll, um die Segelwettbewerbe nach Travemünde zu holen. Die Frage lautet: Was wird das Lübeck kosten? Vor zwölf Jahren schlugen allein schon für den Bewerbungsversuch im Windschatten von Hamburg mehr als 350 000 Euro zu Buche. Und dann ging Hamburg leer aus. Sollte es diesmal tatsächlich zu einem Erfolg kommen, würden erhebliche Kosten für den Bau einer Marina an der Travemündung aufzuwenden sein.

Eigentlich hat Lübeck beste Voraussetzungen für eine Olympia-Bewerbung. Die Travemünder Woche hat erneut bewiesen, dass große Segelsportereignisse professionell abgewickelt werden können. Auf dem Priwall steht ein olympisches Dorf bereit, und die Bewerbungsunterlagen aus dem Jahr 2002 für „Olympia 2012“, als Hamburg einen Partner für die Segelwettbewerbe suchte, liegen noch im Informationssystem des Landtages vor. Sie müssten nur geringfügig aktualisiert werden, denn die „europaweit einzigartige International School of New Media“ gibt es längst nicht mehr.

Der Platz für die geplante Marina Travemünde ist auch noch frei. Das Segelgelände Möwenstein sollte auf den Grünstrand ausgeweitet werden. Der Erhalt des Grünstrandes wurde allerdings erst vergangenes Jahr nach einer umfangreichen Bürgerbeteiligung von der Politik beschlossen. Hier müsste die Stadt die Anwohner nochmals überzeugen.

Was eine neue Marina im Ostseebad kosten würde, steht in den Sternen. Aber schon der von Bürgermeister Bernd Saxe angekündigte Versuch, bei einer Olympiabewerbung mit Hamburg die frühzeitig Bevölkerung mitzunehmen, wird den städtischen Haushalt belasten. Für die Kampagneals Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2012 hatte die Hansestadt 2001 rund 125 000 Euro, im Folgejahr über 250 000 Euro ausgegeben. Hamburg fiel später international bei der Auswahl durch, die Kampagne „Sportstadt Lübeck“ geriet in Vergessenheit beziehungsweise wurde durch die Werbemaßnahme „Kulturstadt Lübeck“ ersetzt.

Die Diskussion über Olympia wird die Lübecker Politik in den kommenden Wochen beschäftigen. Grüne, Linke und FDP haben erklärt, dass sie eine Bewerbung Lübecks ablehnen. CDU, SPD und Freie Wähler haben sich unterdessen für die Olympia-Bewerbung ausgesprochen. Am Freitag treffen sich Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner, sein Hamburger Amtskollege Michael Neumann, Kiels Oberbürgermeister Peter Todeskino, Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe und der Landessportverband, um das Vorgehen zu besprechen. Lübeck geht es vor allem darum, zunächst als Partner von Hamburg ins Boot zu kommen, um nicht – wie schon bei Olympischen Spielen 1936 und 1972 – die Landeshauptstadt Kiel an sich vorbei ziehen zu sehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen