19 Ermittlungsverfahren : „Weißer Ring“ zieht nach Skandal um Sexuelle Belästigung Jahresbilanz

Beim Weißen Ring gab es zuletzt immer mehr Anzeigen wegen Belästigungsvorwürfen.

Beim Weißen Ring gab es zuletzt immer mehr Anzeigen wegen Belästigungsvorwürfen.

Der „Weiße Ring“ in Schleswig-Holstein blickt auf ein Jahr der Krisen zurück. Grund sind die Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter der Lübecker Außenstelle.

shz.de von
21. Juni 2018, 07:44 Uhr

Lübeck | Der krisengeschüttelte Weiße Ring in Schleswig-Holstein stellt am Donnerstag (10 Uhr) in Kiel seine Jahresbilanz vor. Überschattet war das vergangene Jahr von Vorwürfen gegen den ehemaligen Leiter der Lübecker Außenstelle der Hilfsorganisation für Verbrechensopfer.

Die Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, teilte auf Anfrage mit, dass es inzwischen 19 Ermittlungsverfahren gegen den über 70-Jährigen gebe. Dabei gehe es überwiegend um „Grenzüberschreitungen mit sexuellem Hintergrund“. In einem weiteren Fall werde noch geprüft, ob es einen Anfangsverdacht gegen den Mann, einen vorzeitig pensionierten Polizisten, gebe. In acht Fällen sei ein Anfangsverdacht verneint worden.

Weibliche Verbrechensopfer hatten beim Weißen Ring in Lübeck Rat oder Hilfe gesucht. In den Anzeigen wird dem Mann unter anderem sexuelle Belästigung oder Nötigung vorgeworfen. Er hat die Vorwürfe über seinen Anwalt bestritten. Im März 2017 traten der Landesvorsitzende des Weißen Rings, der frühere Justizminister Uwe Döring, und sein Stellvertreter Uwe Rath zurück, um Schaden von der Organisation abzuwenden. Kommissarisch leitet nun der ehemalige Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, den Landesverband des Weißen Rings.

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