Weg frei für Neubauten in Lübecks Gründerviertel

Nach  Abriss der Berufsschulen und Abschluss  umfangreicher Ausgrabungen kann das Gründerviertel im Herzen der Lübecker Altstadt unweit von St. Marien überbaut werden.
Foto:
Nach Abriss der Berufsschulen und Abschluss umfangreicher Ausgrabungen kann das Gründerviertel im Herzen der Lübecker Altstadt unweit von St. Marien überbaut werden.

Das Altstadt-Quartier zwischen St. Marien und Untertrave wird neu gestaltet

shz.de von
04. Juni 2014, 14:30 Uhr

Die Archäologen haben ihre Arbeiten abgeschlossen, kann das Altstadt-Quartier zwischen St. Marien und Untertrave neu bebaut werden. Der Bauausschuss der Bürgerschaft hat jetzt zugestimmt. Die Hansestadt verkauft die Grundstücke für 420 bis 440 Euro pro Quadratmeter.

Das Gebiet war im Mittelalter das teuerste Pflaster er Stadt. Händler schätzten die Lage zwischen Hafen und Markt. Beim Bombenangrifk, Palmarum 1942, wurde das Gebiet dem Erdboden gleich gemacht. Nach dem Krieg entstanden hier anstelle der kleinteiligen Bebauung zwei Schulgebäude, jetzt sollen wieder Gewerbe und Familien angesiedelt werden. Dazu werden auf 1600 Quadratmetern acht Ein- bis Zweifamilienhäuser entstehen.

Rund 8300 Quadratmeter sind für 31 Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern mit Gewerbe im Erdgeschoss vorgesehen. Im Bereich des ehemaligen Parkplatzes ist eine Tiefgarage für die neuen Bewohner geplant. Das Leben auf historischen Wurzeln von Lübeck bringt einige Besonderheiten mit sich: So werden alte Mauerreste erhalten bleiben und in Neubauten integriert. Damit alles klappt, wird die Stadt die Kellersohlen für alle Häuser erstellen. Die Kosten werden auf die Käufer umgelegt. Für die Gestaltung der Fassaden wird es einen europaweiten Ideenwettbewerb geben. Bevor ein Grundstückskäufer jedoch bauen kann, muss er seinen Gebäudeentwurf im Gestaltungsbeirat vorstellen.

Jetzt werden aber erst einmal die restlichen Keller der 50er Jahren Berufsschulen abgerissen, dann werden neue Abwasserleitungen verlegt. Die Rippenstraßen im diesem Bereich der Altstadt werden auf ihre frühere Breite reduziert und komplett neu gebaut. Die Anliegerbeiträge für den Straßenbau liegen bei rund 3,2 Millionen Euro. Nach Abzug aller Kosten erlöst die Stadt aus den Grundstücksverkäufen rund 1,15 Millionen Euro.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen