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WC: Lübeck vergisst Behinderte Toilettenanlage auf dem Markt ist abgebaut und es gibt keinen Ersatz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Toiletten: Lübeck vergisst Behinderte

Die öffentlichen Toiletten auf dem Markt sind abgebaut, weil auf dem Platz ein Hotel gebaut wird. Einheimische und Touristen sollen stattdessen die „nette Toilette“ (Foto) nutzen – das Angebot einiger Gastronomen in der Innenstadt. Menschen mit Behinderungen haben indes Pech. Für sie gibt es keine Alternative.

„Nette Toiletten“ bedeutet, dass auch Nicht-Kunden unentgeltlich ihr menschliches Bedürfnis in den sanitären Einrichtungen des jeweiligen Betriebes erledigen können. Die Entsorgungsbetriebe der Stadt beteiligen sich dafür an den Reinigungskosten.

„Die meisten Gastronomen haben keine behindertengerechte Toilette“, sagt Erika Bade, Behindertenbeauftragte der Hansestadt Lübeck. Rollstuhlfahrern ist oft der Zugang zu diesen Toiletten nicht möglich. Die nächst erreichbare öffentliche behindertengerechte Toilette befand sich im Kanzleigebäude. Die wurde aber abgebaut – es gab ja Ersatz am Markt, de jetzt fehlt.

Auch das Lübecker Rathaus hat eine Toilette, die für Menschen mit körperlichen Einschränkungen umgebaut wurde. Die hat nur einen Nachteil. „Sie ist für Rollstuhlfahrer nicht zu erreichen“, stellt die Behindertenbeauftragte fest. Das habe sie selbst getestet. Außerdem ist das Lübecker Rathaus – wie auch die Kaufhäuser – abends und am Wochenende geschlossen.
Auch bei dringenden Problemen geht es in der Politik in der Stadt seinen gewohnten bedächtigen Gang: Der Bauausschuss der Bürgerschaft hat das Thema an den Werkausschuss für die Entsorgungsbetriebe übergeben. Der tagt aber erst wieder am 10. März.

Neue Toiletten am Markt soll es geben, wenn das Hotel fertig gestellt ist. Der Betreiber hat sich verpflichtet, seine Toiletten der unentgeltlich Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Die Behindertenbeauftragte der Stadt fordert indes, die Pflicht für eine behindertengerechte Einrichtung vertraglich zu regeln.

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