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Gewerkschaften im Tarifkonflikt : Warnstreiks am Lübecker Klinikum und im Hamburger Hafen

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5,5 Prozent oder 175 Euro mehr: Das sind die Forderungen der Gewerkschaften. An dem Streik haben sich auch Mitarbeiter der Frühschicht am UKSH beteiligt. Auch im Hamburger Hafen wurde gestreikt.

Lübeck/Hamburg | Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder haben sich am Dienstag Mitarbeiter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Lübeck an einem Warnstreik beteiligt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi versammelten sich rund 200 Mitarbeiter der Frühschicht von 5.30 Uhr an für vier Stunden vor dem Klinikum. Ein Sprecher des UKSH sprach dagegen von 50 vorübergehend streikenden Mitarbeitern.

In Hamburg waren rund 35 Mitarbeiter der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz im Warnstreik. „Für die Mitarbeiter des UKSH hat es seit drei Jahren keine nennenswerte Lohnerhöhung gegeben. Jetzt wird es Zeit für einen Nachschlag“, sagte der Verdi-Gesundheitsexperte Steffen Kühhirt. Er kritisierte, dass der Vorstand des Klinikums die von der Gewerkschaft angebotene Notdienstregelung abgelehnt habe.

„Dass es am Dienstag keine Beeinträchtigungen der Patientenversorgung gegeben hat, ist allein der Umsicht der Beschäftigten zu verdanken.“ Das UKSH erklärte dagegen, der Vorstand habe eine Notdienstvereinbarung angeboten. Verdi habe diese jedoch in einer Weise ändern wollen, die aus medizinischen Gründen nicht akzeptabel gewesen sei, sagte UKSH-Sprecher Oliver Grieve. Darauf habe die Gewerkschaft jedoch nicht reagiert.

Durch den Warnstreik der Lebensmittelkontrolleure im Hamburger Hafen wurden vorübergehend keine Lastwagen abgefertigt. Die Mitarbeiter der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz kontrollieren nach Angaben des Amtes täglich bis zu 150 Container mit Produkten tierischer oder pflanzlicher Abstammung aus Drittländern, die über Hamburg in die EU eingeführt werden.

Der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske bezeichnete die Warnstreiks als Signal an die Arbeitgeber, in den Verhandlungen nicht länger zu mauern. „Wir müssen zu einer deutlichen Reallohnsteigerung kommen“, sagte Bsirske am Dienstag im Deutschlandfunk. In den vergangenen Jahren habe sich bei der durchschnittlichen Tarifentwicklung eine Schere zwischen der Gesamtwirtschaft und dem öffentlichen Dienst geöffnet. „Die wollen wir verkleinern, tendenziell schließen.

Insofern geht es darum, einen klaren Akzent zu setzen.“ Die Kernforderung der Gewerkschaften lautet 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr, und keine Einschnitte bei der Altersversorgung.

Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder wird am 16. und 17. März in Potsdam fortgesetzt. Für den 11. März hat die Gewerkschaft Verdi für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern landesweite Streikaktionen und Kundgebungen in Kiel und Schwerin angekündigt.

 

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erstellt am 03.Mär.2015 | 08:16 Uhr

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