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Wand verstellt Blick auf Wakenitz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Um Grundstücke an der Wakenitz bebauen zu können, muss auf der Brücke eine Schallschutzwand errichtet werden

Mit dem imposanten Blick aus dem Auto vom St.-Jürgen-Ring auf die Wakenitz ist es bald vorbei: Im Zuge der Sanierung des Bauwerks entsteht auf dem Radweg eine 1,40 Meter hohe Lärmschutzwand – auf der nördlichen Seite der Brücke.

Die Wakenitz-Brücke wurde vor 46 Jahren für den Verkehr frei gegeben. Schon immer standen dort Wohnhäuser in direkter Nähe, jetzt ist es aber offenbar zu laut. Hintergrund: Die rechtlichen Vorschriften in Deutschland sind kompliziert. Damit nämlich ein 1a-Gelände an der ehemaligen Wasserkunst bebaut werden kann, muss der Schallpegel reduziert werden. Aus diesem Grund wird auf dem Radweg eine 1,40 Meter hohe Wand entstehen. Die Beifahrer in den Autos sehen dann nicht mehr die idyllische gelegene Wakenitz, sondern eine grüne Wand. Eine transparente Lärmschutzwand komme nicht in Betracht, so die Lübecker Bauverwaltung, „da die Durchsehbarkeit aufgrund von zu erwartenden Grafitti ohnehin nicht gewährleistet werden kann“.

Der Lärm im neuen Wohngebiet in anspruchsvoller Lage nahe der Wakenitz soll um zwei bis drei Dezibel reduziert werden. Er überschreitet dann den Grenzwert nur noch um drei Dezibel im Bereich der Grundstücke an der Wakenitz. „Lediglich auf den straßenzugewandten Seiten der Gebäude an der Ratzeburger Allee werden die Werte deutlich überschritten“, erläutert die Lübecker Stadtplanung.

Ein Problem sind auch die Anwohner auf der anderen Seite der Wakenitz-Brücke. Der Schall wird durch die Wand auf die Südseite reflektiert. Die Lösung wäre eine weitere Wand in der Mitte der Straße. Die müsste aber beidseitig so konstruiert sein, dass sie Schall absorbiert. Das ist der Hansestadt Lübeck zu kostspielig. Die Anwohner dort hätten keinen Rechtsanspruch auf eine Schallschutzwand, da es keine Änderung des Flächennutzungsplanes gebe.

Die Schallschutzwand wird vom Investor der neuen Baugrundstücke finanziert. Aus rechtlichen Gründen darf er den Unterhalt aber nicht übernehmen. Wie hoch die Kosten dafür sind, ist unklar. Der Bereich Brückenbau der Hansestadt Lübeck befürchtet zum Beispiel, dass eine zusätzliche Beleuchtung angebracht werden muss, da die Wand den Rad- und Gehweg abschattet. Die derzeitigen Lichtmasten stehen in der Mitte der Fahrbahn.

Gebaut wird die Schallschutzwand im Rahmen der Generalsanierung der Brücke, die für den Zeitraum 2016 bis 2018 geplant ist.

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