Wallfahrt zum 75. Todestag der Lübecker Märtyrer

Die Gedenkstätte für die Lübecker Märtyrer in der Propsteikirche.
Die Gedenkstätte für die Lübecker Märtyrer in der Propsteikirche.

Mehr als 3300 Pilger werden am Sonnabend in der Hansesadt erwartet

shz.de von
21. Juni 2018, 14:39 Uhr

Zu Fuß, mit dem Fahrrad, per Kanu, Auto oder Reisebus: Mehr als 3300 Gläubige folgen der Einladung von Erzbischof Dr. Stefan Heße und nehmen am morgigen Sonnabend an einer Wallfahrt nach Lübeck teil. Anlass ist 75. Todestag der vier Lübecker Märtyrer.

Gegen Mittag treffen die ersten Pilger in der Hansestadt ein. An 150 festlich gedeckten Tischen vor der Propsteikirche Herz-Jesu (An der Parade) wird Kartoffelsuppe gereicht. Mehr als 120 ehrenamtliche Tischpaten sorgen für einen reibungslosen Ablauf an den Tischen und kümmern sich um ihre Gäste.

Nach dem Essen erwarten die Wallfahrer verschiedene Programmangebote. Neben Gesprächsrunden und Pilgerwegen durch die Stadt kann auch das Burgkloster im Europäischen Hansemuseum besichtigt werden. Ab 1897 wurden die Räume des Klosters als Gericht und „Untersuchungsgefängnis Lübeck Stadt“ genutzt. Hier waren die Kapläne Johannes Prassek und Eduard Müller inhaftiert und haben die Untersuchungshaft und die Zeit des Prozesses verbracht. Kaplan Hermann Lange und Pastor Karl Friedrich Stellbrink waren hier während des Prozesses inhaftiert.

Höhepunkt der Wallfahrt ist um 17 Uhr ein Festgottesdienst auf der Freilichtbühne in den Wallanlagen. Landtagspräsident Klaus Schlie spricht am Ende der Feier ein Grußwort. Der NDR streamt den Gottesdienst live im Internet.

Die Durchfahrt der Straße Parade ist gesperrt. Aufgrund einer Baustelle in der Musterbahn ist das Marienkrankenhaus nur über die Zufahrt Mühlenstraße - Musterbahn - Domkirchhof und den Zugang Fegefeuer zu erreichen. Das Parkhaus am Pferdemarkt kann über die Hartengrube - An der Obertrave - Marlesgrube angefahren werden.

Die drei katholischen Lübecker Priester Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange und der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink hatten gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten protestiert. Wegen „Wehrkraftzersetzung, landesverräterischer Feindbegünstigung und Rundfunkverbrechen“ wurden sie 1943 in Lübeck zum Tode verurteilt und am 10. November im Hamburger Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis ermordet. Die drei katholischen Geistlichen sind am 25. Juni 2011 in Lübeck seliggesprochen worden. Der evangelische Pastor Stellbrink, der an der Lutherkirche wirkte, wirde durch ein ehrendes Gedenken in die Feier einbezogen.

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