Wärme auch ohne Heizung

Die Stadtwerke Lübeck haben ihr neues Verwaltungszentrum an der Geniner Straße bezogen

shz.de von
08. Januar 2015, 16:01 Uhr

„Die Stadtwerke werden den Umsatzrückgang bemerken“, bemerkte Bürgermeister Bernd Saxe schmunzelnd am Donnerstag bei der Schlüsselübergabe des neuen Stadtwerke Verwaltungsgebäudes in der Geniner Straße. Hintergrund: Das schmucke neue Gebäude ist ein modernes Passivhaus. Geheizt wird fast ausschließlich mit der Abwärme der elektrischen Geräte und der Körperwärme der anwesenden Personen.

Das Gebäude der Stadtwerke Lübeck (SL) wurde ausgesprochen schnell errichtet. Im Mai 2013 wurde der Auftrag vergeben, ein Jahr später war Richtfest und jetzt sind bereits alle Mitarbeiter in das Passivhaus eingezogen. Bei der Ausschreibung wurden neue Wege gegangen. Die Baufirma übernahm auch die Zwischenfinanzierung. Sie bekam ihr Geld tatsächlich erst, als das Gebäude fertig gestellt war. „Das war auch für uns neu“, sagte Torsten Teichgräber, Technischer Betriebsleiter der Züblin AG. Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden.

Die neue Stadtwerke-Zentrale ist ein modernes Verwaltungsgebäude in Holzbauweise. Es besteht aus zwei viergeschossigen, L-förmigen Baukörpern. Auf einer Bruttogeschossfläche von rund 12  500 Quadratmetern entstehen Büro- und Tagungsräume für rund 430 Mitarbeiter, Besprechungszonen und eine Betriebskantine. Die Fassade des energieeffizienten Gebäudekomplexes besteht aus hoch gedämmten Holzrahmenbauelementen. Damit braucht es im Vergleich nur 25 Prozent der Heizenergie eines vergleichbaren Neubaus.

„Das Gebäude ist offen und transparent“, betonte Jürgen Schäffner, Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck. Das sei auch das Leitbild für das Unternehmen.

Die Stadtwerke sparen aber nicht nur Energie ein. Durch die Zusammenlegung an einem Standort kann auch besser kommuniziert werden. Die Größe wurde dem Unternehmen angepasst. In den vergangenen Jahren wurden rund ein Viertel aller Stellen abgebaut.

Die Gesamtinvestition für das Gelände beträgt 26 Millionen Euro. Das entspricht etwa dem Verkaufserlös für das jetzt verwaiste Grundstück in der Moislinger Allee, den eingesparten Sanierungskosten und natürlich der eingesparten Energie.


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