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Lübeck

26. September 2017 | 11:26 Uhr

Von Lübeck ins Mutterland des Jazz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bigband der Musikhochschule geht auf USA-Reise und stellt dort ihre erste CD „Lübeck sounds“ vor / Täglicher Blog auf www.shz.de

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 13:23 Uhr

Wonach riecht Lübeck? Wenn der Wind günstig steht, nach Seeluft. Und wonach schmeckt die Hansestadt? Klar: nach Marzipan. Aber wie klingt Lübeck? Dieser Frage ging die Bigband der Lübecker Musikhochschule unter der Leitung von Professor Bernd Ruf nach. Im Wintersemester widmete sich die 2008 gegründete Bigband intensiv der Arbeit an eigenen Stücken. Drei Komponisten – Dieter Mack, Hans-Christian Stephan und Jakob Lakner – halfen dabei und zeichnen in ihren Stücken auf sehr unterschiedliche Weise ihre Eindrücke von der Hansestadt als einer pulsierenden Stadt, die sich durch und aufgrund ihrer internationalen Vernetzung als ein Zentrum der Begegnung und des kulturellen Austauschs präsentiert.

Jeder der Komponisten bringt seine eigene Sozialisation mit in die Stücke ein. Bei Jakob Lakners „Balkan Nights“ ist es dessen Yxalag-Klezmer-Klarinette, Dieter Macks Sozialisation wird durch Peter Herbolzheimers souligen Funksound offensichtlich und Hans-Christian Stephan lässt nach seinem Masterstudium Jazzkomposition in Bern modernen Bigband-Sound an seinem alten Studienort aufflammen. Ähnlich sieht es bei den 21 Studenten aus, denn aufgrund des „Lübecker Modells“, das Klassik-Studierenden ermöglicht, auch Jazz- und Popularmusik zu belegen, spielen Studenten aus unterschiedlichsten Studiengängen von Orchestermusik bis Kirchenmusik in der Bigband. Jeder für sich mache den „Lübecker Klang“ aus, ssagt Bernd Ruf.

Mit der CD „Lübeck sounds“ kommt passend zum Hansetag im Mai das erste Album der Bigband auf den Markt. Doch damit nicht genug: Die Studenten reisen heute in die USA, um in Kalifornien – im Westen der USA, etwa 9000 Kilometer von Lübeck entfernt – das neue Projekt vorzustellen.

„Die Begegnungen werden sehr spannend“, sagt Bernd Ruf, der zugibt, dass seinen Studenten bis zum 22. April ein „anstrengendes Programm“ bevorsteht. Die Tour führt von San Diego über Santa Monica nach San Francisco. „Mit dem Jazz-Department der San Diego State University gibt es gemeinsame Überlegungen, einen regelmäßigen Studentenaustausch zu beginnen“, sagt Ruf. Den Startschuss für die neue Kooperation bildet ein gemeinsames Konzert und ein Workshop.

Einen weiteren Einblick in die amerikanische Jazzausbildung erhalten die Lübecker an der California State University. Vorgesehen ist auch ein Besuch in der Hollywood-Soundtrack-Schmiede von Klaus Badelt, neben Hans Zimmer aktuell Deutschlands erfolgreichster Filmmusikkomponist. Mit den Schülern der El Cerrito High School werden die angehenden Musiklehrer aus Lübeck dann wiederum arbeiten, proben, musizieren und vom Musikleben in Europa berichten.

Kontakte in die USA hatte Tourmanager und Organisator Dr. Axel Ster über ähnliche Touren der Bigband des Ostsee-Gymnasiums aus Timmendorfer Strand im Vorwege vermittelt. „Musik spielt an den Schulen in den USA eine ganz andere Rolle als hier“, sagt Posaunist Martin Turzynski (kl. Foto), der bereits als Austauschschüler Erfahrungen in den USA sammeln konnte. Hüben wie drüben stecke aber gleichermaßen viel Arbeit in der Musik, gibt der Masterstudent zu. Kommilitonin Wiebke Hahn (kl. Foto) pflichtet dem bei, ist aber wie Turzynski kaum aufgeregt. Kein Wunder: Bei den letzten Proben in Lübeck musste Bernd Ruf nur noch wenig am „Lübeck sound“ justieren.

Neugierig geworden? Verfolgen Sie die Tour der Bigband der Lübecker Musikhochschule im Internet: Täglich werden die Studenten unter www.shz.de über ihre Erlebnisse in einem Blog berichten.

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