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„Volksfestplatz ist ungeeignet“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübeck stimmt Erstaufnahme am Volksfestplatz zu und nutzt zwei weitere Sporthallen und ein Schulgebäude

Es wird nun doch eine provisorische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) eingerichtet. Das hat Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe am Dienstag im Hauptausschuss der Bürgerschaft mitgeteilt. Der Standort Volksfestplatz sei aber – wie schon vor Wochen ermittelt – ungeeignet. Trotzdem werden auf dem Platz an der Travemünder Allee jetzt bis zu 100 Container aufgestellt.

Eigentlich sollte ab Ende September das Containerdorf, das für das G7-Außenministertreffen aufgebaut worden war, als vorläufige Erstaufnahmestelle genutzt werden. Die Container wurden aber Wochen später abtransportiert. Grund: Das Gelände sei nicht geeignet, weil für die Einrichtung Abwasserrohre notwendig seien, deren Bau auf Grund der Topologie sehr aufwändig wäre.

Unter dem Eindruck der Ereignisse vom Dienstag auf dem Lübecker Hauptbahnhof (wir berichteten) sagte Bürgermeister Bernd Saxe dem Innenministerium zu, bis zu 100 Container auf dem Volksfestplatz aufstellen zu können. Außerdem kann seit dem gestrigen Mittwoch die August-Bebel-Schule in Moisling mit Flüchtlingen belegt werden. Noch am Montag hatte Saxe mit Innenminister Stefan Studt auch über eine dauerhafte Erstaufnahmeeinrichtung in Lübeck gesprochen. Die drei möglichen Standorte in Lübeck, die Saxe ausfindig gemacht hatte, blieben aber geheim. Das Land will bis zum Ende des Monats eine Entscheidung treffen.

Lübeck bereitet sich bei der dauerhaften Unterbringung auf rund 100 Flüchtlinge pro Woche vor. Die Ausländerbehörde hat inzwischen größere Büros bezogen und eine interne Rufbereitschaft eingerichtet.

Die vom Lübecker Bürgermeister initiierte „Task Force Flüchtlinge“ hat auch entschieden, kurzfristig innerhalb der nächsten drei Wochen weitere Turnhallen für eine vorrübergehende Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Damit wird die Anzahl der Gemeinschaftsunterkünfte erhöht, um auf die anhaltenden Flüchtlingsströme zu reagieren. In einem ersten Schritt sollen die Sporthalle der „Gewerbeschule Nahrung und Gastronomie“ in der Schildstraße (ehemals August-Herrmann-Franke-Schule) unweit der St. Aegidienkirche und die Sporthalle der Baltic-Schule (ehemals Otto-Passarge-Schule) in der Briggstraße genutzt werden.

Bereits vor Monaten hatte das Gebäudemanagement Lübeck mehrere Sporthallen daraufhin geprüft, ob sie für eine Umnutzung zur Gemeinschaftsunterkunft ausgewiesen werden können.

Der Bereich Schule und Sport bemüht sich bereits jetzt, alternative Hallenzeiten sowohl für die betroffenen Schulen als auch für die Sportvereine zu finden. Es werde allerdings um Verständnis gebeten, „dass ein 1:1-Ersatz mangels entsprechender Hallenkapazitäten nicht möglich sein wird“. Die betroffenen Schulen und Vereine waren am Dienstagabend seitens der Verwaltung informiert worden.

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