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Musik- und Kongresshalle Lübeck : Video: Wie geht's weiter mit der MUK?

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Aus der Onlineredaktion

Am Donnerstag wird über das Schicksal der sanierungsbedürftigen MUK entschieden. Für viele Lübecker ist die Entscheidung klar. shz.de mit einer Chronologie der Ereignisse.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 21:15 Uhr

Lübeck | Die Lübecker Musik- und Kongresshalle kann seit September nicht mehr für Konzerte genutzt werden. Der Grund: Die Decke trägt seit Jahrzehnten mehr Gewicht als sie darf und droht einzustürzen. Am Mittwoch haben Mitarbeiter der MUK rund 3500 Unterschriften für den Erhalt des Hauses an den stellvertretenden Stadtpräsidenten Klaus Puschadel übergeben. Am Donnerstag soll die Lübecker Bürgerschaft über die Sanierung der Halle abstimmen.

Dass für viele Lübecker die Entscheidung klar ist, beweist die Umfrage:

 

Doch was geschah bisher? Eine Chronologie der Ereignisse:

Frühjahr 2015:

Das Decken-Desaster beginnt mit einer zunächst belanglosen Beobachtung im Bereich des Pförtnereingangs. Dort hing die Zwischendecke durch. Als die Konstruktion geöffnet wurde, stießen die Mitarbeiter des Gebäudemanagements auf eine Vielzahl von Kabeln, die nicht wie üblich an der tragenden Decke befestigt waren, sondern auf der Zwischendecke lagen – und diese nicht nur über Gebühr belasteten, sondern auch gegen Brandschutzauflagen verstießen.

Im Konzertsaal lauerte weiteres Ungemach: Dort wirkten seit Jahrzehnten dreimal höhere Lasten als zugelassen über den Köpfen der Zuhörer. Ausgelöst ausgerechnet vom nachträglichen Einbau jener Zwischendecke, die die Akustik verbesserte.

Auch der kulturelle Leuchtturm „Schleswig-Holstein Musik Festival“ (SHMF) ist von der Sanierung der MUK betroffen. Die Eröffnung wird vermutlich nicht im Foyer der MUK stattfinden können.

August 2015:

Erst im August wurden weitere Untersuchungen vorgenommen, um die einzelnen, notwendigen Maßnahmen genauer zu beschreiben und dann beziffern zu könenn. Auf dieser Grundlage wollten dann das Gebäudemanagement der Stadt und die MUK ein Modernisierungskonzept erstellen. Zu diesem Zeitpunkt wusste man schon von Schäden an der Fassade, Wasserpfützen auf dem Dach und optisch sichtbaren Abnutzungen im Veranstaltungsbereich. Bis zu diesem Zeitpunkt habe es keine Anzeichen für weitere Gefährungspotenziale gegeben, so die Stadt Lübeck damals.

September 2015:

Ende September 2015 war dann klar: Der Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle (MUK) muss geschlossen werden.

November 2015:

Architekten und das Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck (GMHL) hatten die Erkenntnisse von knapp 15 Fachplanern, Sachverständigen, Gutachtern und ausführenden Firmen zusammengetragen. Ergebnis: Die Sanierung des Konzertsaales kostet über sechs Millionen Euro und wird bis Frühjahr 2017 dauern. Bis dahin kann nur das Foyer genutzt werden, viele Veranstaltungen müssen verschoben werden.

Auch die übrigen Räume wie die Tagungsräume waren nicht betroffen und stehen für Veranstaltungen zur Verfügung.

Dezember 2015:

Wer trägt die Schuld an den Versäumnissen beim Bau der MUK vor 21 Jahren? Das lässt sich nur noch schwer klären, denn alte Akten sind verschwunden. Doch so oder so, die Ansprüche seien wohl inzwischen verjährt.

Derweil sind die Kommunalpolitiker auf der Suche nach einer Lösung. Wer zahlt die Zeche? Und zahlt überhaupt jemand? Auch ob überhaupt noch saniert wird, steht zur Debatte. 22,3 Millionen Euro soll die Runderneuerung kosten.

25. Januar 2016:

Dass die Stadt offenbar schon länger von den Mängeln an der MUK gewusst hat, wurde Ende Januar bekannt. Die ganze Aufhängekonstruktion der Halle hätte nach dem damals bereits geltenden Recht einem Feuer 30 Minuten lang standhalten müssen. Verwendet wurde aber Material, das nach wenigen Minuten seine Funktion verloren hätte. Das wusste die Stadt offenbar. Sie besorgte sich eine Ausnahmegenehmigung.

26. Januar 2016:

Mitarbeiter der MUK haben am Dienstag rund 3500 Unterschriften für den Erhalt des Hauses an den stellvertretenden Stadtpräsidenten Klaus Puschadel (CDU) übergeben. Mit der Kampagne „Lübeck. Liebt. MUK“ hatten sie seit dem 7. Januar für den Erhalt der sanierungsbedürftigen Halle geworben. Zusätzlich haben rund 1400 Bürger eine Online-Petition unterzeichnet. Die Beseitigung dieser Mängel und die Erneuerung des Brandschutzes soll nach Angaben der Stadt 8,4 Millionen Euro kosten.

28. Januar 2016:

Am Donnerstag wird die Bürgerschaft über die Freigabe der Mittel für diesen ersten Bauabschnitt entscheiden. Die Kosten für die Gesamtsanierung werden auf mehr als 22 Millionen Euro veranschlagt.

Deshalb sprechen sich einige Kommunalpolitiker dafür aus, die MUK aufzugeben. Sie sei jedoch optimistisch, dass die Bürgerschaft sich für den Erhalt der MUK entscheiden werde, sagte MUK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek. Sie erinnerte daran, dass das Haus durch Messen, Kongresse und Konzerte im Jahr rund 30 Millionen Euro an sogenannten Umwegrenditen in die Stadt spüle.

 

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