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Flughafen Lübeck : Verwirrung um ägyptischen Investor Rady Amar

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Was geschieht mit dem Flughafen Lübeck? Der ägyptische Investor Rady Amar soll seine Anteile verkauft haben. Die Stadt Lübeck zeigt sich überrascht von der Entwicklung.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 14:25 Uhr

Lübeck | Um den Lübecker Flughafen Blankensee gibt es neuen Wirbel. Der ägyptische Investor Mohamad Rady Amar hat seine Anteile an der 3-Y-Logistic und Projektbetreuung GmbH verkauft. Das ist die Muttergesellschaft der Yasmina Flughafenmanagement GmbH, die den Flughafen Lübeck-Blankensee seit dem 1. Januar 2013 betreibt. Nach Angaben von Flughafensprecherin Jana Bahrenhop ist Rady Amar aber nach wie vor Geschäftsführer des Lübecker Flughafens. „Wir prüfen derzeit, welche Auswirkungen das auf den Flughafen hat“, sagte sie.

Rady Amar selbst war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nach Angaben des Amtsgerichts Lübeck hat die 3-Y-Logistic und Projektbetreuung GmbH mittlerweile einen Antrag auf eine Änderung in der Geschäftsführung gestellt. Danach sei Rady Amar mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 31. März abberufen und der Berliner Geschäftsmann Adam Wagner zum neuen Geschäftsführer bestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin der dpa. Rady Amar hatte erst Ende März die Leitung des Flughafens übernommen, nachdem der bisherige Geschäftsführer Siegmar Weegen sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte. Laut NDR 1 Welle Nord stehen im Handelsregister für die Muttergesellschaft des Airports Lübeck nun zwei Männer aus Berlin.

Der Betriebsratschef des Airport Lübeck äußerte sich besorgt: Das seien sehr beunruhigende Nachrichten für die 100 Beschäftigten, sagte er dem NDR. Die Stadt Lübeck reagierte erstaunt. „Wir wurden von der Entwicklung auch überrascht und warten jetzt auf weitergehende Informationen. Wir beobachten die Situation aufmerksam“, sagte der Sprecher der Hansestadt Lübeck, Marc Langentepe.

Verstärkt wird diese Besorgnis offenbar auch durch ein Rundschreiben Rady Amars an die Mitarbeiter. Gesellschaft und Airport befänden sich in „schwerem Fahrwasser“, heißt es darin laut „Lübecker Nachrichten“. Außerdem hatten die Beschäftigten ihre Märzgehälter mit elf Tagen Verspätung erhalten. „Das stimmt. Als Begründung wurde uns gesagt, dass eine Tranche des Geldes aus Ägypten komme und es wegen der dortigen politischen Situation Probleme mit Überweisungen gegeben habe“, bestätigte Bahrenhop.Die Stadt Lübeck reagierte erstaunt. „Wir wurden von der Entwicklung auch überrascht und warten jetzt auf weitergehende Informationen. Wir beobachten die Situation aufmerksam“, sagte der Sprecher der Hansestadt Lübeck, Marc Langentepe.

Die Grünen in der Lübecker Bürgerschaft werden nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Thorsten Fürter für den 22. April eine Sondersitzung des Hauptausschusses beantragen, um mögliche finanzielle Auswirkungen für die Hansestadt zu klären.Noch im Januar hatte sich der Geschäftsführer des Flughafens, Siegmar Weegen, trotz Verlusten optimistisch gezeigt. Die Sorge, der Investor könne wegen der roten Zahlen abspringen, sei unbegründet. „Er hat die Kraft und die Ausdauer, das Unternehmen langsam aufzubauen“, sagte Weege damals.Ende 2012 hatte die Lübecker Bürgerschaft den Verkauf des Flughafens an Rady Amar für den symbolischen Preis von einem Euro beschlossen. Rady Amar hatte angekündigt, den Flughafen zu einem Airport mit internationalem Standard auszubauen und bis zu 20 Millionen Euro zu investieren.

Noch im Januar hatte sich der damalige Flughafen-Geschäftsführer Weegen trotz Verlusten optimistisch gezeigt. Die Sorge, der Investor könne wegen der roten Zahlen abspringen, sei unbegründet. „Er hat die Kraft und die Ausdauer, das Unternehmen langsam aufzubauen“, sagte Weege damals.Welche Auswirkungen die Entwicklung auf die am 23. März beginnende Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig zum Flughafenausbau hat, ist ungewiss. Dabei geht es um die Klage der Gemeinde Groß Grönau gegen den Planfeststellungsbeschluss des Landes, der unter anderem die Verlängerung der Start- und Landebahn um 155 Meter auf knapp 2300 Meter. Die Richter des OVG müssen unter anderem bewerten, ob der Eigentümer genug Geld hat, um den Ausbau zu bezahlen.

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