Versuch gelungen, dennoch kein roter Streifen für den Radverkehr

Nicht nur neuer Belag und veränderter Randbereich am Lindenplatz: Wichtigste Veränderung ist die neue Spurführung.
Nicht nur neuer Belag und veränderter Randbereich am Lindenplatz: Wichtigste Veränderung ist die neue Spurführung.

Umbau der Spurenführung am Lindenplatz in Lübeck nach Auswertungen des mehrjährigen Verkehrstests schreitet voran

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09. August 2017, 14:57 Uhr

Mit der laufenden Umgestaltung des Kreisverkehrs Lindenplatz wird der seit 2012 provisorisch markierte Verkehrsversuch für Radfahrer nun auch baulich umgesetzt. Der von anderen Verteilerkreisen in der Hansestadt Lübeck bekannte umlaufende rote Ring für den Radverkehr wird am Kreisverkehr Lindenplatz jedoch nicht realisiert.

Der Grund: Nach den heutigen Richtlinien sind diese umlaufenden Ringe bei zweistreifigen Kreisverkehren aus Sicherheitsgründen nicht zulässig. Es besteht die Gefahr, dass Radfahrer auf dem Streifen von Autofahrern beim Abbiegen nicht ausreichend beachtet werden. Radfahrern wird daher empfohlen, im Kreisverkehr möglichst mittig auf der äußeren Kreisfahrbahn zu fahren.

Im Rahmen des Verkehrsversuchs wurden unter anderem die Zufahrten von der Fackenburger Allee sowie von der Moislinger Allee kommend auf zwei Spuren reduziert. Die Fußgängerüberwege an der Anbindung der Fackenburger Allee sowie an der Moislinger Allee verfügen nunmehr über Signalanlagen. „Durch diese kann der Fußgängerverkehr die Fahrbahn gebündelt queren und somit der fließende Verkehr besser abgewickelt werden“, so das Fazit der Lübecker Bauverwaltung. „Die Anzeige der Rest-Rot-Zeit für den Fußverkehr fördert die Akzeptanz; nachteilig sind allerdings die zum Teil recht langen Wartezeiten für die Fußgänger an den Anlagen.“ Auch wurden die Aufstellflächen für den Fußgängerverkehr vergrößert. Die Ausfahrt zur Moislinger Allee wurde auf eine Fahrspur begrenzt und somit die Radweglücke in die Moislinger Allee geschlossen. „Der Verkehrsversuch hat dazu geführt, dass die Unfallzahlen insgesamt - insbesondere die des Radverkehrs - am Kreisverkehr Lindenplatz deutlich gesenkt werden konnten“, berichtet die Stadt.

Der Abschlussbericht zum Verkehrsversuch wurde im November 2014 von der Bürgerschaft zur Kenntnis genommen. Die dort aufgeführten Empfehlungen zum weiteren Vorgehen bilden die Basis für die derzeit laufenden Arbeiten. Darüber hinaus sind zwischenzeitlich die für den barrierefreien Ausbau vorzusehenden Leiteinrichtungen und signaltechnischen Ausstattungen für sehbehinderte Personen (Kosten etwa 30  000 Euro) ergänzt worden. Diese Maßnahme sollte bereits in den Sommerferien im letzten Jahr durchgeführt werden, musste aber wegen der längeren Bauzeit auf dem Bahnhofsvorplatz verschoben werden, da der Umleitungsverkehr über den Kreisverkehr Lindenplatz geführt wurde.

Derzeit werden bauliche Anpassungen zwischen den Anbindungen zur Fackenburger Allee und Hansestraße durchgeführt. Die Kosten hierfür betragen etwa 160  000 Euro. Die Anbindung zur Moislinger Allee wird im Rahmen des zweiten Bauabschnittes zum Umbau der Moislinger Allee 2019 umgestaltet.

Zusammen mit den Maßnahmen zur Umgestaltung aus dem Verkehrsversuch wird auch die Kreisfahrbahn insgesamt erneuert, da diese zum Teil erhebliche Schäden aufweist. Diese Tätigkeiten haben die größten Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr und werden daher an den Wochenenden durchgeführt. Die Kosten hierfür betragen etwa 235  000 Euro.

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