Unternehmer und #MeToo-Debatte : Uni Lübeck erwägt Entzug der Ehrenprofessur von Winfried Stöcker

<p>Winfried Stöcker war vor Jahren bereits wegen fremdenfeindlicher Äußerungen in die Kritik geraten.</p>
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Winfried Stöcker war vor Jahren bereits wegen fremdenfeindlicher Äußerungen in die Kritik geraten.

Bereits seit Jahren habe man sich auseinandergelebt, so der Sprecher der Universität.

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18. Januar 2018, 11:11 Uhr

Die Universität zu Lübeck prüft zurzeit, ob sie sie dem umstrittenen Unternehmer Prof. Winfried Stöcker die Ehrenprofessur entziehen kann. Stöcker löste breite gesellschaftliche Proteste aus, nachdem eine Weihnachtsansprache an seine Mitarbeiter bekannt wurde, in der er Missbrauchsopfer und Migranten herabsetzte.

Der Universitätssprecher Rüdiger Labahn sagte, es bestehe keine Zusammenarbeit mehr zwischen Stöcker und der Universität. Bereits seit den „rassistischen Äußerungen“ Stöckers 2014 habe man sich „auseinandergelebt“, so Labahn gegenüber den Lübecker Nachrichten. Ein Ausschlussverfahren ist laut Labahn äußerst kompliziert und müsse juristisch geprüft werden. Lehrtätigkeit oder Mitwirkung in Gremien der Universität schlösse der Ehrentitel nicht ein. Stöcker habe niemals irgendeine Tätigkeit für die Universität ausgeführt, so Labahn auf shz.de-Nachfrage.

Die Linkspartei hatte Anzeige gegen Stöcker erstattet. Sie sieht in Stöckers Ansprache „eindeutig einen Aufruf zu Straftaten“ erfüllt.

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