Uferbefestigung ist marode

Baustelle Travemünde: Auch der Fischereihafen wird umgestaltet.
Baustelle Travemünde: Auch der Fischereihafen wird umgestaltet.

Fertigstellung im Fischereihafen von Travemünde im Frühsommer 2019 / Parkplatz-Situation weiterhin angespannt

shz.de von
04. September 2018, 12:17 Uhr

Die im Fischereihafen vorhandene Uferbefestigung wird seit August 2018 im Rahmen der Entwicklung des neuen Baugebietes „Auf dem Baggersand / Hafenquartier“ im Lübecker Stadtteil Travemünde erneuert. Die Uferbefestigung wird als Stahlspundwand mit einem Stahlbetonkopf hergestellt. Die vorhandene Anlage ist an vielen Stellen durchgerostet und nicht mehr verkehrssicher. Die neue Uferbefestigung stellt den Fischern auf etwa 160 Metern Länge ausreichend Liegeplätze zur Verfügung. Die alte Steganlage aus Holz, die sogenannte Fischereibrücke wurde bereits im Rahmen der Bauvorbereitung abgebrochen.

Wo erforderlich werden nach Fertigstellung der Uferbefestigung für die Fischer neue Steganlagen ins Wasser gebaut. So können diese mit ihren kleinen Booten besser anlanden und vom Steg über eine kleine Treppenanlage die dahinterliegenden Verkehrsflächen erreichen.

Für die Bauzeit wird der Zugang zu den Bootsliegeplätzen im Fischereihafen am sogenannten Wellenbrecher aufrechterhalten. Das Parken im Zufahrtsbereich ist jedoch während der Baumaßnahme aus Sicherheitsgründen untersagt und der Zugang auch nur den Anliegern sowie den Baustellenfahrzeugen gestattet.

Auch vom Fährvorplatz der Priwallfähre aus bleiben die Verkehrsflächen Richtung Fischereihafen während der Baumaßnahme nur bis zum Bauzaun etwa in Höhe des Wasserbauplatzes der Lübeck Port Authority öffentlich zugänglich. Spätestens bis zum Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. So können dann im nächsten Jahr die hinter der Kaimauer liegenden Flächen für Fußgänger, Radfahrer und Anliegerverkehr hergestellt werden. Dann ist es den Fischern auch wieder möglich, die bei der einheimischen Bevölkerung sowie bei den Touristen beliebten Fischverkaufsstände an gewohnter Stelle wieder aufzubauen. Die Arbeiten sollen im Frühsommer fertig werden. Bis dahin müssen Fischer, Einheimische wie Touristen mit einem Provisorium auskommen.

Unterdessen bleibt die Parkplatz-Situation in Travemünde angespannt. Im Januar 2015 hatte die Lübecker Bürgerschaft beschlossen, auf dem ehemaligen Parkplatz am Godewindpark eine Parkpalette zu bauen. Umgesetzt wurde der Beschluss bislang nicht, jetzt macht die Politik Druck.

Hinter dem ehemaligen Autohaus am Godewindpark befand sich bis vor zwei Jahren ein großer Parkplatz. Die Stadt verkaufte einen Großteil des Grundstücks an einen Investor. Mit einer klaren Vorgabe an die Verwaltung: „Als Ersatz für die am Standort 'Am Fahrenberg' in Travemünde wegfallenden Parkplätze, beschließt die Bürgerschaft den Bau einer Parkpalette am Standort – hilfsweise am Lotsenberg. Investor und Betreiber soll die KWL GmbH sein. Die KWL erhält einen einmaligen Investitionszuschuss in Höhe des verbleibenden Verkaufserlöses aus dem Grundstück 'Am Fahrenberg'. Die Umsetzung ist bis spätestens 2016 sicherzustellen.“

Das hat nicht geklappt. Bei dem Verkauf blieb kaum Geld übrig, da zahlreiche Leitungen umgelegt werden mussten und der Baugrund für eine Parkpalette nicht so gut war wie erwartet. Die neue Stellplatzanlage rechnet sich auch nicht. Sie würde nur in wenigen Monaten im Jahr genutzt werden.

Jetzt macht die Politik Druck: SPD und CDU fordern in der Bürgerschaft gemeinsam, den Beschluss zum Bau der Parkpalette endlich umzusetzen. Außerdem soll ein Konzept „Parken in Travemünde“ vorgelegt werden. Die CDU fordert zusätzlich, dass die Zahl der Parkplätze auf dem Leuchtenfeld erhalten bleibt. Hier soll ein Teil der Stellflächen der Umgestaltung zu einem Park weichen. Dabei würden auch die Parkplätze in der angrenzenden Trelleborgallee entfallen.

Die Verwaltung sieht die Parkplatzsituation in Travemünde nicht so dramatisch. Auch an Samstagabenden der Travemünde gebe es noch freie Stellflächen, so die Verkehrsüberwachung der Hansestadt. Die befinden sich allerdings am Dreilingsberg am Ortseingang. Von dort sind es rund 30 Minuten zu Fuß bis zum Strand.

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