Trendwende: Lübeck wächst rasant

Im Lübecker Neubaugebiet Bornkamp und im Hochschulstadtteil gab es 2014 nochmals Einwohnerzuwachs. Mittlerweile wohnen dort mehr als 5700 Personen.
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Im Lübecker Neubaugebiet Bornkamp und im Hochschulstadtteil gab es 2014 nochmals Einwohnerzuwachs. Mittlerweile wohnen dort mehr als 5700 Personen.

Hansestadt kommt vor allem durch Zuzüge auf 216 000 Einwohner / 20 Prozent der Einwohner haben Migrationshintergrund

shz.de von
30. Januar 2015, 15:16 Uhr

Es ist noch nicht lange her, da wurde der anhaltende Rückgang der Einwohnerzahl Lübecks beklagt.
Jetzt ein völlig anderes Bild: Bürgermeister Bernd Saxe berichtet vom stärksten Einwohnerzuwachs der Hansestadt seit der Wende. Am 31. Dezember 2014 zählte die Hansestadt Lübeck genau 215  800 Einwohner. Das sind exakt 1878 Menschen mehr als im Jahr zuvor.

Dr. Gerhard Bender, Statistiker der Hansestadt Lübeck, spricht von einer Trendumkehr. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, bisherige Prognosen der Bevölkerungsentwicklung anzupassen. War man bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass die Zahl der Einwohner unter die 210  000-Marke sinken werde, zeichnet sich jetzt eher ein Anstieg auf 220  000 Einwohner ab.

Für Bürgermeister Bernd Saxe ergibt sich daraus die dringende Notwendigkeit, die „Aktivitäten im Wohnungsbau zu verstärken, weil wir sonst Schwierigkeiten mit der Wohnraumversorgung bekommen.“ Mehr als 1000 Wohnungen müssten in den kommenden Jahren errichtet werden, sagte der Verwaltungschef. Saxe betonte, dass dabei nicht nur sozialer Wohnungsbau gemeint sein dürfe. Lübeck müsse für besser Situierte auch das mittlere und gehobene Segment an Wohnungen bieten können. „Wir haben kein Interesse daran, dass diese Fachkräfte und hoch qualifizierten Menschen in die Umlandgemeinden ziehen.“

Der Bevölkerungsanstieg ist im wesentlichen auf gestiegene Zuzugszahlen zurückführen. Zwar meldeten 10  614 Menschen ihre Lübecker Adresse ab, im Gegenzug nahmen aber genau 12  929 Menschen Wohnsitz in der Hansestadt. Dem Wanderungsüberschuss von 2315 Personen, stand nur ein Minus von 734 Personen gegenüber, das sich aus 1868 Geburten bei 2602 Sterbefälle n ergab.

Die Wanderungsgewinne sind zu rund zwei Drittel auf den Zuzug von Ausländern und zu etwa einem Drittel auf den Zuzug von Deutschen zurückzuführen. Nach Herkunftsländern betrachtet gab es die meisten Wanderungsgewinne gegenüber Polen (+262), Syrien (+190), Bulgarien (+138) und Rumänien (+117).

Deutliche Wanderungsgewinne zeigten sich auch in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen, die zum Teil auf den Zuzug von Studenten zurückzuführen sind.

Insgesamt haben 44  070 Personen einen Migrationshintergrund, also rund 20 Prozent der Einwohner Lübecks. Darunter befinden sich 9418 Einwohner mit polnischem Migrationshintergrund und 8035 Einwohner mit türkischem Migrationshintergrund.

Mit Ausnahme von Travemünde, hier nahm die Einwohnerzahl geringfügig um 32 Einwohner ab, zeigte sich in allen Stadtteilen eine Bevölkerungszunahme. Auch im Neubaugebiet Bornkamp und im Hochschulstadtteil gab es 2014 noch mal Einwohnerzuwächse. Mittlerweile wohnen dort mehr als 5700 Personen.

23 Prozent der Einwohner Lübecks sind über 65 Jahre. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahrenmachen 15 Prozent der Einwohner aus.

Die Zahl der Einwohner mit evangelischer Religionszugehörigkeit ist seit 2000 von rund 121.000 auf heute 96893 gesunken ist, aber auch die Zahl der katholischen Einwohner nahm trotz der Zuzüge aus Osteuropa von 19  922 auf 18591 ab.

>Weitere Zahlen sind im Internet (www.luebeck.de) unter der Rubrik Stadt und Politik zu finden.


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