Travemünder Woche: Veranstalter zufrieden, nur die Krähen stören

Baden gehen mit „Sportprogramm“:  Dieser Schwimmer beobachtet eine Segelregatta während der   Travemünder Woche.
Baden gehen mit „Sportprogramm“: Dieser Schwimmer beobachtet eine Segelregatta während der Travemünder Woche.

Zur Halbzeit schon 450000 Gäste aus nah und fern / Die Krähen in Travemünde beschäftigen die Lübecker Politik

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25. Juli 2014, 16:42 Uhr

Die Veranstalter der Travemünder Woche ziehen eine positive Zwischenbilanz. Bisher seien bei dem sonnigen und warmen Wetter rund 450 000 Besucher gekommen. „Vor allem am ersten Wochenende hatten wir sehr viele Gäste hier, dazu alleine an der Festivalbühne im Brügmanngarten 20000 Musikfans – und wir haben noch ein großes Finalwochenende vor uns, auf das wir uns sehr freuen“, sagt Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH.

„Wir sind wahnsinnig zufrieden", berichtet Uwe Bergmann, Geschäftsführer der uba GmbH, die für das Landprogramm der Travemünder Woche verantwortlich ist. „Die Stimmung ist ausgelassen und hat etwas von karibischem Flair. Die äußeren Bedingungen sind sensationell“, freut sich Bergmann. Die Festivalbühne am Brügmanngarten ist gut besucht. „Bei herrlichem Sonnenschein kamen bisher rund 20 000 Besucher – und es werden noch mehr“, so sagt Uwe Bergmann. Highlights bisher: die ABBA-Fever Tribute Show, das Akustik-Pop Duo Urban Beach, die Kult-Band United Four oder Pohlmann. Heute machen Schandmaul den Anfang. Sie zeigen gemeinsam mit dem Verein Sunshine4Kids ein Musical. Von 21 Uhr an spielt die Live Music Connection ihr Repertoire an Coverhits. Am Sonntag treten noch Suzie & The Seniors, Planet Emily und David Pfeffer & Band auf.

Zum Ende der Travemünde Woche findet traditionell am Sonntag um 22 Uhr traditionell das große Abschlussfeuerwerk statt. Im Anschluss kommt es gewöhnlich zu Staus auf Travemündes Ausfallstraße. „Die Polizei hat drei Routen ausgeschildert“, sagt so Polizeisprecher Stefan Muhtz. Sie führen vom Leuchtenfeld über die Bertlingstraße, Godewind und Moorredder auf die Bundesstraße75, Route 2 vom Leuchtenfeld über die Vogteistraße und Route 3 vom Baggersand in Richtung Ivendorf.

Die Krähen in Travemünde, die sich gerade auf der festmeile am Abend gefräßig zeigen, beschäftigen die Lübecker Politik. Der Ortsrat Travemünde hat Stadt und Kurbetrieb aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen. Krähen und Möwen kämpfen um die Lebensmittelreste der Travemünder Woche. Die aktuellen Bilder von der Promenade ärgern Ulrich Krause, Mitglied der Lübecker Bürgerschaft. „Inzwischen sind besonders die Krähen in Travemünde zum ernsthaften Problem geworden. Dagegen müssen wir etwas unternehmen“, so Krause.

Krähen reißen die Müllsäcke auf, die nicht schnell genug entsorgt werden, und verteilen Unrat in der Umgebung. Auch den gesamten Kurpark haben die Tiere bereits vollgekotet, so dass es keine Freude mehr ist, sich dort aufzuhalten. Darüber hinaus verursachen die Krähen einen derartigen Lärm, dass sich zahlreiche Anwohner bereits beschwert haben.

„Einige Krähenarten, gerade auch die in Travemünde größte Population, stehen unter Artenschutz. Eine Regulierung ihrer Anzahl durch den gezielten Abschuss einiger Vögel verbietet sich daher. Bleibt nur die Möglichkeit, die Vögel – außerhalb der Schutzzeiten – zu vergrämen“, berichtet Krause. Man könne keine Maßnahmen ergreifen, sagt Marc Langentepe, Sprecher der Stadt. Das Problem werde sich mit der Zeit von allein lösen. Die Krähen-Population unterliege großen Schwankungen. Aktuell machten viele Krähen aus Osteuropa Station in Travemünde. Die würden auch wieder weiter ziehen.

Auf Antrag der CDU beschloss der Travemünder Ortsrat in seiner Juli-Sitzung einstimmig eine Resolution, mit der die Verwaltung und der Kurbetrieb aufgefordert werden, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten gegen die von den Krähen ausgehenden Störungen vorzugehen, das heißt nach Einholung einer erforderlichen Genehmigung der oberen Landesnaturschutzbehörde geeignete Vergrämungsmaßnahmen zu ergreifen oder in Auftrag zu geben.

Einen entsprechenden Antrag zur Umsetzung dieser Ortsrat-Resolution wird Ulrich Krause, bei der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses in der Lübecker Bügerschaft und des Ausschusses für den Kurbetrieb einbringen.

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