Theater Lübeck: ausgezeichnet!

Das 1908 vom Dresdner Architekten Martin Dülfer errichtete Lübecker Stadtteater macht mit herausragenden Eigenproduktion bundesweit von sich Reden.
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Das 1908 vom Dresdner Architekten Martin Dülfer errichtete Lübecker Stadtteater macht mit herausragenden Eigenproduktion bundesweit von sich Reden.

Die Intendanz in der Beckergrube blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück / Insgesamt 5370 Abonnenten in den drei Sparten

shz.de von
17. Juli 2015, 14:38 Uhr

Das Theater Lübeck zieht zum Ende der Spielzeit 2014/15 erneut eine hoch erfolgreiche Bilanz: Die Besucherzahlen liegen bei rund 177  000 Besuchern bei insgesamt 602 Vorstellungen. Zahlreiche Produktionen waren bei allen Vorstellungen ausverkauft oder sehr gut verkauft.

Spitzenreiter sind im von Schauspieldirektor Pit Holzwarth verantworteten Spielplan „Leonard Cohen“ und „Der alte König in seinem Exil“ mit jeweils hundertprozentiger Auslastung, gefolgt von „Amerika“ (93  %) und „Der große Gatsby“ (85  %). Im Musiktheater unter der Leitung von Operndirektorin Dr. Katharina Kost-Tolmein hatte das Ballett „Schwanensee“ eine Auslastung von 92 Prozent und die Semi-Oper von Purcell „The Fairy Queen“ eine Auslastung von 86 Prozent. Ständig ausverkauft waren die Kinderoper „Küchenoper“ sowie der Soloabend „Ranzlichter“.

Im Konzert war das Neujahrskonzert – Generalmusikdirektor (GMD) Ryusuke Numajiri dirigierte Beethovens Neunte – mit 100-prozentiger Auslastung in der Musik- und Kongreßhalle auf der Spitzenposition. Insgesamt verzeichnet auch das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck gleichbleibend gute Auslastungszahlen: Die neun Sinfoniekonzerte, zwei Sonderkonzerte sowie acht Kammer-konzerte, sieben Klangbilderkonzerte und vier Kinderkonzerte hatten insgesamt eine Auslastung von 74 Prozent. Die Abonnentenzahlen sind leicht gestiegen. Das Theater Lübeck hat für die drei Sparten insgesamt 5370 Abonnenten, inklusive der Spezial-Abos.


Fünfte Auszeichnung in vier Jahren


Im November 2014 erhielt das Theater Lübeck erneut eine Auszeichnung. Das ist die fünfte in den vergangenen vier Spielzeiten, nach dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, dem Echo Klassik und dem Rudolf Stilcken-Preis für Kultur-Kommunikation: Für ihre am Theater Lübeck entstandene Inszenierung von Giuseppe Verdis „Don Carlo“ ist die Regisseurin Sandra Leupold mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie „Regie Musiktheater“ ausgezeichnet worden. In dieser Kategorie waren zudem Jetske Mijnssen mit „Werther“ am Saarländisches Staatstheater Saarbrücken und Dmitri Tcherniakov mit „Die Zarenbraut“ an der Staatsoper im Schiller Theater Berlin nominiert.

Insgesamt waren Häuser aus 16 Städten nominiert. Das Theater Lübeck machte erneut weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus mit gefragten Regisseuren und hochkarätigen Künstlern von sich Reden. So sorgte etwa die „Tannhäuser“-Inszenierung von Florian Lutz bei Publikum und überregionaler Presse für intensive Diskussionen.

„Es war eine gute Saison für das Theater Lübeck. Die Eigeneinnahmen konnten erneut gesteigert werden und betragen nun ca. 3,7 Millionen Euro. Sicherlich gibt es immer noch Punkte, die zu optimieren sind. Dies werden wir in der kommenden Spielzeit umsetzen“, sagt der Geschäftsführende Direktor Christian Schwandt. Für ein Haus der Kategorie 20 Millionen-Euro-Etat stehe Lübeck jedoch glänzend da im Vergleich zu anderen Häusern. Der hiesigen Auslastung von 177  000 Besuchern stehen beispielsweise am Landestheater Schleswig-Holstein rund 125  00 Besucher gegenüber und in   Rostock sogar nur 91000 Zuschauer.

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