19 Jahre nach Brandanschlag : Tausende gehen in Lübeck für Flüchtlinge auf die Straße

In vielen deutschen Städten finden momentan Solidaritäts-Kundgebungen für die Flüchtlinge statt.
In vielen deutschen Städten finden momentan Solidaritäts-Kundgebungen für die Flüchtlinge statt.

Vor 19 Jahren starben in Lübeck bei einem Brandanschlag zehn Flüchtlinge. Am Samstag zeigten in Lübeck über 4000 Menschen ihre Solidarität.

shz.de von
17. Januar 2015, 15:16 Uhr

Lübeck | Mehr als 4000 Menschen haben am Samstag in Lübeck gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft demonstriert. Das waren weit mehr als die ursprünglich von den Veranstaltern angemeldeten 800 bis 1000 Teilnehmer, wie ein Polizeisprecher sagte.

Heike Behrens vom Lübecker Flüchtlingsforum sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir ahnten, dass es mehr wird, aber jetzt wird uns erst klar, wie viel mehr es sind.“ Das sei sehr erfreulich. Unter den Demonstranten war ihren Angaben zufolge auch Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

Die Demonstranten erinnerten auch an die Brandkatastrophe in einer Lübecker Asylbewerberunterkunft, bei der am 18. Januar 1996 zehn Menschen starben und 38 verletzt wurden. Zu der Kundgebung unter dem Motto „Refugees Welcome“ (Flüchtlinge willkommen) hatte ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Organisationen aufgerufen. Mit der Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen gegen die Pegida-Bewegung und für eine humane Flüchtlingspolitik setzen.

Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten noch einmal gezeigt, wie wichtig es sei, besonnen und entschlossen für das friedliche Zusammenleben einzutreten, hatte der Kreisvorstandssprecher der Lübecker Grünen, Roland Vorkamp, bereits im Vorfeld der Veranstaltung gesagt.

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