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Streit um Flächen für Handel in der Region

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bad Schwartau fühlt sich durch Lübecker Luv-Shoppingcenter beeinträchtigt


Das Luv-Shoppingcenter mit dem Möbelhaus Ikea hat bereits seit April vergangenen Jahres im Stadtteil Dänischburg seine Pforten geöffnet. Aber es gibt immer noch Streit: Im März wird das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig entscheiden, ob die Stadt Bad Schwartau durch die neue Einkaufsmeile übermäßig geschwächt wird. Dann müssten „zentrumsrelevante Produkte und der Supermarkt“ weiter beschränkt werden.

Die Stadt Bad Schwartau hat ein Normenkontrollverfahren gegen die Hansestadt Lübeck eingeleitet (wir berichteten). Seit einem Jahr aber ruht das Verfahren – auf Bitten der Hansestadt. Der Grund: Lübeck möchte seinen Bebauungsplan noch heilen, wie es im Amtsdeutsch treffend heißt. Am morgigen Donnerstag – also noch vor dem anstehenden Gerichtstermin – will die Bürgerschaft der Hansestadt die Änderungen beschließen. Ein ursprünglich geplanter Trave-Schiffsanleger in der Nähe des Luv-Shoppingcenters wird aus dem Bebauungsplan heraus genommen. Die EU hatte dieses Vorhaben aus Naturschutzgründen untersagt. Aber auch aus der ersten Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht im April 2014 ergeben sich einige Veränderungen. Das Gericht habe erkennen lassen, heißt es in einer Mitteilung der Hansestadt Lübeck, dass es einige Zweifel der Stadt Bad Schwartau wohl teile. So wird jetzt im städtischen B-Plan festgelegt, dass nur ein Bau- und Gartenmarkt im Dänischburger Areal (ehemals Villeroy & Boch) zulässig ist. Und Tiefgaragen dürfe es auf dem Gelände nicht geben. Und: Nördlich der Dänischburger Landstraße darf kein Einzelhandel entstehen.

Einen Kritikpunkt der Stadt Bad Schwartau weist Lübeck aber deutlich zurück: Der Supermarkt im Shoppingcenter habe nur geringe Auswirkungen auf die Nahversorger in der ostholsteinischen Nachbarstadt. Der Edeka dort habe einen Umsatzrückgang von lediglich 3,3 Prozent, bei Rewe sei der Umgang noch geringer.

Der Gutachter der Stadt Lübeck sieht die Probleme nicht durch das Luv-Shoppingcenter verursacht, sondern in der Nachbarstadt selbst angesiedelt. Die Wegebeziehungen in der Stadt seien unklar, die Geschäftsräume zum Teil verwinkelt und zu klein. „Bei einigen Baukörpern ist auch ein Sanierungsstau erkennbar, der auf ausbleibende Investitionen zurückzuführen ist“, so der Gutachter. Fazit: „Das Einkaufsambiente der Schwartauer Innenstadt entspricht damit in Teilbereichen nicht mehr den Erwartungen der Kunden.“

>Die Gutachten und Erläuterungen umfassen 177 Seiten. Sie sind unter www.luebeck.de verfügbar.

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