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FKK gegen Hundebesitzer : Streit am Ostseestrand: Nackte müssen jetzt weichen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am Fuße des Brodtener Ufers bei Lübeck haben sich die Hundehalter durchgesetzt. Die Nutzer des FKK-Strandes sollen auf den Priwall ausweichen.

Im Juni vergangenen Jahres kochte der Ärger hoch am Strand: Wer zwischen Travemünde und Niendorf mit seinem Vierbeiner am Ostseestrand spazieren ging, der hatte gute Aussichten auf ein Ticket vom Ordnungsamt der Hansestadt. Jetzt gibt es eine Entscheidung im Streit zwischen Hundehaltern und Nudisten. Die Nutzer des FKK-Strandes sollen auf den Priwall ausweichen.

„Nach intensiver Prüfung und Beratung mit dem Bereich Naturschutz, Gesprächen mit den Nutzergruppen sowie Auswertung der Gästezahlen im diesem Strandabschnitt, haben wir uns dazu entschlossen, den FKK-Bereich am Mövenstein zur Strandsaison 2015 nicht mehr auszuweisen“, teilte der Kurbetrieb mit.

Im Juni 2014 war der Konflikt zwischen Hundehaltern und Nacktbadern ausgebrochen und hatte eine öffentliche Debatte über das Nacktbaden und Gassi-gehen am Brodtener Ufer entfacht.

Der Ortsrat des Lübecker Stadtteils vermittelte im Juli ein Treffen der Hundehalter mit Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff. Schnell wurde klar, dass wohl eine Nutzergruppe des beliebten Abschnitts – Hundehalter oder Nacktbader – weichen müsse. Die Zählungen des Kurbetriebes ergaben dann, dass selbst bei optimalen Witterungsverhältnissen 1,7 FKK-Nutzern durchschnittlich 3,9 Strandgästen mit Hunden gegenüber standen. Die Kurzzeitnutzer des Hundestrandes („Gassi gehen“) konnte der Kurbetrieb nicht exakt erfassen.

„Wir schätzen die Kurzzeitnutzer auf über einhundert Hundehalter pro Tag“, sagt Uwe Kirchhoff, Chef des Kurbetriebes Travemünde. „Aus diesem Nutzerkreis liegt uns auch eine Unterschriftenliste mit über hundert Einträgen vor, die natürlich die Ausweitung des Hundestrandes fordern. Von den FKK-lern sind aktiv nur ein Herr und eine Dame an uns herangetreten.“

Der strittige Strandabschnitt wird ab dieser Saison zum Badestrand, an dem ein Hund mitgeführt werden darf. Somit ist auch ein legitimer Zugang der Hundehalter zum Strand am Brodtener Steilufer möglich. Am Hundestrand darf der Hund sich unangeleint bewegen, am Steilufer nach der Naturschutzsatzung aber nur noch angeleint.

Die Nudisten sollen aber nicht abgeschoben werden. Als Ersatz wird der lange schon bestehene FKK-Bereich auf dem Priwall entsprechend ausgeweitet. Allerdings muss man eine Fähre nutzen, um das Gelände auf der Halbinsel zu erreichen. Der Bereich Naturschutz der Hansestadt Lübeck überarbeitet jetzt die Badekonzession. Sobald die überarbeitete Fassung uns vorliegt, ändert der Kurbetrieb Travemünde die Strandsatzung, die dann durch die Gremien in die Bürgerschaft zur Beschlussfassung geleitet wird. „Da die Satzung bereits im Mai greifen soll, haben wir nunmehr das Änderungsverfahren angeschoben“, so Kirchhoff.

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