Stillstand auf der Wallhalbinsel: Stadt verlangt neuen Bebauungsplan

Die komplette Neugestaltung der Nördlichen Wallhalbinsel kann frühestens im Jahr 2020 beginnen. Vor der Strandsalon.
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Die komplette Neugestaltung der Nördlichen Wallhalbinsel kann frühestens im Jahr 2020 beginnen. Vor der Strandsalon.

Lübeck: Investoren müssen warten, denn Befreiung von Festsetzungen des geltenden Bebauungsplanes ist nicht möglich

shz.de von
03. Januar 2018, 16:26 Uhr

Die bauliche Entwicklung der Nördlichen Wallhalbinsel – das Sahnestück am Rande der Altstadt – ist in weite Ferne gerückt. Wie die Lübecker Stadtverwaltung jetzt mitgeteilt hat, sei eine Befreiung von Festsetzungen des geltenden Bebauungsplanes nicht möglich. Der von Investoren detailliert geplante Umbau der Schuppen F und D sowie der Neubau eines Parkhauses und eines Hotels könne frühestens ab dem Jahr 2020 erfolgen.

Die Planungen für die Nördliche Wallhalbinsel feiern einen runden Geburtstag: Vor genau zehn Jahren hatte die Bürgerschaft einer Neugestaltung des im Besitz der Stadt befindlichen und begehrten Areals zugestimmt. Ein isländischer Investor wollte für 160 Millionen Euro eine „Hafen-City“ entstehen lassen. Es folgte ein städtebaulicher Wettbewerb, dann kam die Bankenkrise und der Investor kam abhanden. Die nächste Idee, die dann die Runde machte: Die Hansestadt bietet Grundstücke einzeln zum Kauf auf. Die ersten Pläne waren fertig, als die Bürgerschaft vor zwei Jahren das Projekt stoppte. Vor allem, weil es um die historischer Hafenanlagen ging. Die „Bürgerinitiative rettet Lübeck“ (Birl) forderte den Erhalt der Hafenschuppen. Sie versammelte zahlreiche Experten und konnte mit der neuen „Projektgruppe Initiative Hafenschuppen“ ein eigenes Konzept vorlegen, das eine Mischung aus Wohnen, Kleingewerbe, Hotelneubau und Veranstaltungsflächen mut Erhalt des beliebten Strandsalons vorsieht. Im Januar 2016 stimmte die Bürgerschaft für das Vorhaben „Projektgruppe Initiative Hafenschuppen“.

Nach zwei Jahren gibt es eine ernüchternde Zwischenbilanz. Die Stadtverwaltung hat die Bauvoranfrage für Umgestaltung der Nördlichen Wallhalbinsel bearbeitet. Die Umnutzung der Schuppen A, B und C könne vollzogen werden. Auch das Hotel könne entstehen. Bedingung: Die Bauten dürften nicht höher sein, als die bestehenden Holzschuppen. Zumindest für den Hotelbau muss ein neuer Bebauungsplan her und Rechtskraft erlangen. Und: Die Flächen zwischen den Hafenschuppen dürfen nicht bebaut werden, um Platz für einen Brückenschlag zur Roddenkoppel frei zu halten.

Das bedeutet für die lokale „Projektgruppe Initiative Hafenschuppen“: Sie muss sich weiter gedulden. Ein neuer Bebauungsplan kann frühestens Ende 2019 oder Anfang 2020 vorliegen. Auch die Kosten für einen städtebaulichen Wettbewerb muss die Projektgruppe tragen, wenn es um die Schuppen D und F, einen neuen Strandsalon, das Parkhaus und das Hotel geht.

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