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Lübeck

23. Oktober 2017 | 07:27 Uhr

Stiller Abschied vom Lübecker Weg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Stadtteil Marli wird auf einer ehemaligen Gewerbefläche ein Containerdorf für Flüchtlinge eingerichtet /Einzug im September

Das Thema Unterbringung von Flüchtlingen ist in der Hansestadt Lübeck Gesprächsstoff. Nach dem gescheiteren Verkauf eines städtischen Grundstücks am Bornkamp an das Land Schleswig-Holstein, das dort eine Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) errichten wollte, ist die Stadt weiterhin bemüht, ein geeignetes Gelände zu finden, auf das das Land problemlos zugreifen könnte.

Unterdessen nimmt der Flüchtlingsstrom in die Sieben-Türme-Stadt kein Ende und zwingt Bürgermeister Saxe (SPD) zu reagieren. Die Hansestadt Lübeck war bisher stolz auf seinen eigenen Weg bei der Integration von Flüchtlingen. Dezentrale Unterbringung war das Leitmotiv. In diesem Sinne gab es kleinteilige Lösungen, um Integration der Migranten in der Nachbarschaft zu fördern. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Nachdem bereits die Sporthalle des Stadtverkehrs Lübeck (SL) an der Friedhofsallee umgebaut werden musste für die provisorische Unterbringung von Flüchtlingen (wir berichteten), entsteht jetzt auf dem brachliegenden Gelände des ehemaligen Autohauses Kittner an der Schlutup Straße – direkt neben dem Marli-Stadion – ein Containerdorf für die dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen.

Vor Wochen war in der Lübecker Bürgerschaft über die Frage „große Erstaufnahmeeinrichtung oder dezentrale Unterbringung“ heftig gestritten worden. Am Ende war eine vorübergehende Nutzung von Containern nur für eine Erstaufnahme abgelehnt worden. Jetzt aber werden Tatsachen geschaffen: Flüchtlinge werden auf der ehemaligen Gewerbefläche Quartier finden. „Die 78 Container sind für eine Nutzung auch im Winter ausgelegt“, sagt Marc Langentepe, Sprecher der Lübecker Stadtverwaltung. Ein Container bietet 15 Quadratmeter Platz. Aufgebaut wird das Containerdorf auf einer Betonfläche, auf der das Unkraut wuchert. „Die Fläche wird noch hergerichtet“, verspricht die Stadtverwaltung. Noch sei ein bisschen Zeit. Die ersten von insgesamt 80 neuen Bewohnern sollen erst am 7. September einziehen. Zu den Gesamtkosten macht die Stadt keine Angaben.



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