Lübeck : Sternstunde der großen Couturiers

tasche von chanel 2001 schuhe von chanel 2003  sammlung monika gottlieb
1 von 5

Chanel, Dior, Pucci... Mode-Mythen der 50er bis 70er Jahre : Sonderausstellung im Museumsquartier St. Annen

shz.de von
25. Mai 2018, 14:46 Uhr

Schön, farbenfroh und unbeschwert sollte die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder werden, Luxus und außergewöhnliche Mode den Blick endlich wieder auf die Sonnenseiten des Lebens lenken. Dieser Anspruch wurde zur Sternstunde für die großen Couturiers des 20. Jahrhunderts. Mit rund 55 Haute-Couture-Roben der größten Modeschöpfer und zahlreichen Schmuckstücken, Taschen, Hüten, Schuhen und weiteren Accessoires gewährt die Düsseldorfer Sammlerin Monika Gottlieb in der neuen Sonderausstellung Chanel, Dior, Pucci… Mode-Mythen der 50er bis 70er Jahre bis zum 29. Juli im Lübecker Museumsquartier St. Annen einen umfassenden und einzigartigen Blick in ihre Sammlung. Die Schau zeigt die aufwendige, kreative und durchweg handgefertigte „Hohe Schneiderkunst“. Sie entführt die Besucherschar in die schillernde Welt der goldenen Jahre der Haute Couture, der 50er und 70er.

„Mein Leben ist geprägt von den schönen Seiten des Lebens. Dabei spielt die Mode eine entscheidende Rolle, weil mich seit meiner Kindheit die Verbindung von Stil und eleganter Lebensart fasziniert“, erklärt Monika Gottlieb. Neben Kreationen von Coco Chanel, Christian Dior und Emilio Pucci werden in der Ausstellung auch solche von Yves St. Laurent, Hubert de Givenchy, Christian Lacroix, Pierre Cardin, Jean Louis Scherrer, Roberta di Camerino, Nina Ricci, Maggi Rouff und Elsa Schiaparelli zu sehen sein.

Die Kuratorin und Leiterin des St. Annen-Museums, Dagmar Täube, freut sich, die internationale Sammlung erstmals in diesem Umfang präsentieren zu können: „Besonders die großen Ballroben mit ihrem rauschenden Taft, mit unendlich aufwendigen Stickereien und dem magischen Funkeln der passenden Schmuckstücke verbinden träumerische Fantasie und elegante Lebensart.“

Schlaglichtartig beleuchtet die Ausstellung Chanel, Dior, Pucci… die berühmten Epizentren der Modewelt – Italien, Frankreich und die USA – und zeigt einen einzigartigen Überblick über die große Mode der Nachkriegszeit. Haute-Couture-Roben und vielfältige Accessoires wie Hüte und Schmuckstücke spiegeln dabei den Zeitgeist des jeweiligen Jahrzehnts und die individuellen Stile wider, mit denen sich die verschiedenen Modeschöpfer in der Geschichte der Mode verewigten.

Christian Diors Mode setzte mit seinem New Look in den 50er Jahren neue Maßstäbe. Dieser zeichnete sich durch eine schmale Taille, ein figurbetontes Oberteil und weite, schwingende Röcke aus edlen Materialien in üppigen Mengen aus, dazu Wagenradhüte und lange Handschuhe. Diese feminin-eleganten Entwürfe Diors gerieten zuweilen wegen ihrer verschwenderischen Stoffmengen in die Kritik. Mit seinen vielfältigen Entwürfen gehört Dior zu den Titanen der Modewelt.

Coco Chanel stand schon vor dem Zweiten Weltkrieg für einen grundlegenden Wandel in der Mode, wie man ihn nur selten beobachten kann. Ihre Entwürfe überzeugten durch hervorragende Verarbeitung und schlichte Eleganz. Daneben war der Modeschmuck ein besonders wichtiger Teil ihrer Arbeit. Mit der Verbindung beider Elemente schuf auch sie einen zeitlos gültigen Stil.

Seit den 1920er Jahren galt amerikanische Mode als Inbegriff von Unbeschwertheit, Dynamik und Modernität. Metropolen wie New York und Chicago brachten in den Nachkriegsjahren große heimische Couturiers wie Normal Norell oder Bill Blass hervor. In den Fifties vermarkteten große Film-Ikonen wie Grace Kelly oder Elizabeth Taylor amerikanischen Glamour global. Washingtons First Ladys, wie etwa Jacqueline Kennedy, wurden zu Botschafterinnen des gefeierten American Style. Die noch heute unverkennbare italienische Alta Moda hatte ihrer Pariser Schwester, der Haute Couture, die mühelose Leichtigkeit voraus, die dem italienischen Design seit jeher einen beständigen Reiz verleiht. Dazu gehörten die Wiederentdeckung der Farben, innovative wie mutige graphische Muster und Trompe-l'œuil-Effekte. So gelang es Emilio Pucci, Mila Schön und Roberta di Camerino italienische Mode in den 1950er bis 1970er Jahren auf den Olymp der Textilindustrie zu befördern.

Der Italiener Emilio Pucci etwa hatte großen Erfolg mit farbenfroher, luftig mediterraner Mode und psychodelischen Mustern, die heute als Vintage-Mode wieder en vogue sind. Stars wie Sophia Loren, Grace Kelly, Marilyn Monroe und Jacqueline Kennedy trugen diese Entwürfe und machten sie damit populär. Diese und andere Mode-Ikonen des 20. Jahrhunderts wurden vielfach kopiert und bestimmten das Modebewusstsein der breiten Öffentlichkeit bis heute.

Die Schau Chanel, Dior, Pucci… bietet somit, ausgehend von den goldenen Jahren der Haute Couture, die große Mode der Nachkriegszeit. Die in der Ausstellung präsentierten modeschöpferischen Ideen waren für die Zeit der 50er bis 70er Jahre sensationell und finden ihr Echo bis heute in den Kollektionen großer und kleiner Modehäuser. Initiiert und kuratiert von Dr. Dagmar Täube, Leiterin des St. Annen-Museums, handelt es sich um eine vom Team der St. Annen-Museums erarbeitete Ausstellung in den Räumlichkeiten der Kunsthalle St. Annen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen