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Versuchte Geiselnahme in Lübeck : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemalige Leiterin der JVA

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Das Streitthema in der Landespolitik bekommt neue Brisanz. Kubicki: „Die Luft wird dünn für die Justizministerin.“

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 17:51 Uhr

Lübeck | Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt im Zusammenhang mit der Geiselnahme vom 24. Dezember gegen die ehemalige Leiterin der Justizvollzuganstalt Lübeck, Agnete Mauruschat. Es gehe um den Verdacht der Strafvereitelung, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Mauruschat hatte nicht sofort Polizei und Staatsanwaltschaft informiert, nachdem an Heiligabend vier JVA-Insassen einen Beamten mit einem Messer bedroht und überwältigt hatten. Der Beamte wurde kurze Zeit später von Kollegen befreit, die auch den Fluchtversuch der Gefangenen vereitelten.

Die mangelhafte Weitergabe der Informationen und die Reaktion der Justizministerin Anke Spoorendonk werden in der Landespolitik derzeit scharf diskutiert. Die SSW-Politikerin gerät immer weiter unter Druck, denn sie hatte das Verhalten Mauruschats verteidigt und als „korrekt“ dargestellt. Wolfgang Kubicki (FDP) sagte: „Die Ermittlungen legen nahe, dass die Aussage von Anke Spoorendonk, Frau Mauruschat habe korrekt gehandelt, zumindest mit großen Zweifeln behaftet ist. Die Luft wird dünn für die Justizministerin.“

Der Pressesprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Ralf Peter Anders, sagte am Dienstag, es gebe in einigen Punkten weiteren Aufklärungsbedarf. Für die nötigen Nachforschungen sei ein formelles Ermittlungsverfahren notwendig, sagte er.

Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) begrüßte die Entscheidung der Staatsanwaltschaft. Jetzt gelte es, das Ergebnis der Ermittlungen abzuwarten, bevor über weitere Konsequenzen nachgedacht werde, sagte die Ministerin. Sie hatte Mauruschat in der vergangenen Woche von ihrem Posten abberufen, nachdem sie die Anstaltsleiterin zunächst lange in Schutz genommen hatte.

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