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St. Petri wirft ein Auge auf Lübeck

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Baugerüst ist mit einer Plane verhüllt, die weithin sichtbar eine frohe Botschaft aussendet

Die St. Petrikirche ist Teil von Lübecks der Sieben-Türme-Stadtsilhouette. Der Turm der Universitätskirche muss umfassend saniert werden und ist zu diesem Zweck bereits komplett eingerüstet. Jetzt ist St. Petri verhüllt worden. Große Augen und ein biblischer Spruch sind auf große Planen aufgedruckt. Zum einen werden die Bauarbeiter durch die Planen geschützt, zum anderen werden die Besucher der Altstadt, und insbesondere diejenigen, die auf die Aussichtsplattform von St. Petri wollen, zum Nachdenken angeregt.

Herr, du erforschest mich und kennst mich: Es war dieser Psalm 139,1, der die Künstlerin Kathrin Romer, Kommunikations- und Ausstellungsdesignerin, zu einem Entwurf mit Augen und Buchstaben inspirierte. „Das Auge als magischster Teil des Körpers ist die Nahtstelle, an dem die Fülle der äußeren Welt in unser Inneres dringt. Wir tauschen durch Blicke einen Großteil unserer Beziehungsinformationen aus. Im Symbol des Auges verdichten sich Assoziationen religiöser Aspekte der Beziehung zwischen Gott und Mensch.“

Und nicht zuletzt signalisiert dieses Auge in 50 Meter Höhe, dass von diesem sehr hohen Punkt über die Hansestadt hinausgeblickt werden kann. „Wir wollen Lübeckern und Gästen zeigen: St. Petri ist offen“, betont Pastor Bernd Schwarze. Und zwar räumlich und geistig.

Die Plane besteht aus sehr reißfestem Gewebe aus Gittervinyl. Eigentlich ist dieses Material das Leichtgewicht unter den Planen, ein Quadratmeter wiegt weniger als vier Tafeln Schokolade. Aber um den Turm von St. Petri zu bekleiden, werden 2000 Quadratmeter Fläche benötigt – das gibt dann also 800 Kilogramm. „Wir haben bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein Budget für die Plane eingestellt, weil wir aus technischen Gründen gezwungen sind, diese zu bauen“, sagt Architekt Christoph Diebold.

„Durch die künstlerische Bedruckung sind nun Mehrkosten in Höhe von etwa 12 000 Euro entstanden. Wir hoffen nun aber zumindest Verluste aus dem Tagesgeschäft von St. Petri während der Bauarbeiten zu kompensieren. Wünschenswert ist natürlich, wir könnten die Attraktivität der Turmfahrten damit noch steigern und machen sogar ein Plus.“ Die Turmfahrten sind die Haupteinnahmequelle von St. Petri in Lübeck. Was mit der Plane nach dem Abbau geschehen wird, ist noch nicht abschließend geklärt. „Wir haben Anfragen von Lübecker Bürgern, die sich Teile davon sichern wollen“, so Diebold.

Die Sanierung von St. Petri kostet 2,8 Millionen Euro, bislang wurden 1 147 790,09 Euro über Spenden eingeworben.


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erstellt am 10.Okt.2014 | 11:48 Uhr

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