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Lübeck

24. August 2017 | 12:50 Uhr

St. Petri: Die Kappe ist saniert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Einsturzgefahr beseitigt, aber die knapp drei Millionen Euro teure Sanierung des Kirchturms steht erst noch bevor / Café ab März geöffnet

Gut vier Monate wurde saniert: Jetzt ist die Gewölbekappe in der Lübecker Universitätskirche St. Petri zu Lübeck fertiggestellt. Nur durch einen Zufall war ist die Bauabteilung auf die defekte Kappe aufmerksam geworden.

Eigentlich muss der Kirchturm von St. Petri, der sich auch als Aussichtsturm großer Beleibtheit erfreut, dringend saniert werden. Während der eingehenden Voruntersuchung im vergangenen Sommer hatte ein Statiker entdeckt, dass das Gewölbe über dem Petri-Café bereits einsturzgefährdet war. Die Wölbung einer Kappe war zu flach. „Ob und wann das Mauerwerk heruntergekommen wäre, ist unklar“, sagt Hüttenmeister Bernd Leinert. „Aber gemacht werden musste es.“

Mitte August begannen vier Männer, das Gewölbe neu aufzumauern. Eine Rippe musste um zehn Zentimeter verlängert werden, damit die korrekte Wölbung für den richtigen Halt sorgen kann. „So etwas zu mauern, ist sehr schwierig“, sagt Bernd Leinert. Immerhin habe es im Mittelalter sogar Spezialisten für diese Art des Mauerns gegeben. „Die haben tagein tagaus nichts anderes gemacht, als Gewölbe zu mauern“, erläutert Experte Leinert.

Zum Abschluss mussten die Handwerker der Bauhütte das Mauerwerk „noch verzwicken und vernadeln“. Das große Gerüst im sonst gut frequentierten Petri-Café wird in Kürze abgebaut werden können. Der Betrieb der Cafeteria soll zum 1. März wieder beginnen – dann mit freier Sicht auf das frisch geweißelte Gewölbe.

Doch an Gerüste müssen sich die Gäste der Ausstellungskirche St. Petri gewöhnen. Denn dem mächtigen Sakralbau steht eine deutlich umfangreichere Sanierung erst noch bevor. Die Backsteinfassade ist marode und muss saniert werden. Eindringende Feuchtigkeit und Frost haben über die Jahre für Risse im Mauerwerk gesorgt. Rund 2,8 Millionen Euro wird diese Reparaturmaßnahme kosten.

Seit fast einem Jahr haben Stiftungen, Förderer und viele Lübecker mit ihren Spenden dafür gesorgt, dass bereits rund 1 040 000 Euro zusammengekommen sind. Ihnen allen ist daran gelegen, einen Teil dazu beizutragen, mit dem Turm von St. Petri auch die weltberühmte Silhouette der Lübecker Altstadt zu erhalten. Unter der Überschrift „Sieben Türme sollst Du sehen…“ sammelt der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Geld für die Sanierung des Petriturms.

Weitere Informationen rund um St. Petri und die Möglichkeit zur Online-Spende gibt es im Internet unter www.sieben-tuerme-luebeck.de.


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erstellt am 18.Feb.2014 | 15:39 Uhr

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