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St. Markus zeigt das längste Evangelium der Welt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwei Jahre lang haben Menschen mit und ohne Behinderung an 40 Meter langer „Markusrolle“ gearbeitet

Bibelzitate, Engel, Herzen, Gesichter, kleine Geschichten, Verse und natürlich viele Kreuze – diese Motive zieren die 40 Meter lange „Markusrolle, das längste Evangelium der Welt“: „Das komplette Markus-Evangelium mit seinen 16 Kapiteln ist auf diesem Papier verewigt“, erzählt Diakonin Aranka Leingang. „Zwei Jahre lang haben Menschen mit und ohne Behinderung daran gearbeitet“. Nun soll die Rolle während des n Adventgottesdienstes am Sonntag, 30. November, um 9.30 Uhr, in der St. Markuskirche (Beim Drögenvorwerk) übergeben werden.

„Ganz ausrollen können wir das Evangelium leider nicht, dafür ist unsere Kirche einfach zu klein“, bedauert Pastorin Elisabeth Farenholtz. „Doch für gute zwanzig Meter reicht es. Einen endgültigen, angemessenen Platz werden wir nach dem Gottesdienst für das Kunstwerk finden“. Doch auch in dieser Länge sind die biblischen Darstellungen eindrücklich anzuschauen, sogar eine in Blindenschrift.

„Die Idee wurde im inklusiven Projekte ’Rückenwind’ von Sonderpädagogin Inge Ostertag geboren und die Papierrolle bis zur Hälfte fertig gestellt“, berichtet Aranka Leingang. „Das Projekt ist leider beendet, aber Inklusion liegt uns sehr am Herzen. Deshalb wurden mir von der St. Markus-Gemeinde zusätzliche Stunden für Inklusionsarbeit eingerichtet. Das ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Inklusion nicht nur einzelnen Menschen, sondern der gesamten Gemeinde äußerst wichtig ist. Wir wollten wir das längste Evangelium der Welt vollenden“.

Zwölf Menschen mit und ohne Behinderung trafen sich weiter, auch eine Konfirmandengruppe verewigte sich mit ihrer Sicht auf das Markusevangelium. „Die Frage für uns war, wie unterschiedliche Menschen gemeinsam mit der Bibel arbeiten könnten“, erzählt Elisabeth Farenholtz. Die rein intellektuelle Erfassung allein reichte nicht – so wurde das Hören und Vorlesen der Bibeltexte auch anhand von Symbolen sinnlich erfahrbar gemacht. Am Anfang einer Gruppenstunde wurde überlegt, wie die aktuelle Geschichte dargestellt werden könne. Schwierige Themen waren die Heilungsgeschichten, die auch für viele Menschen Fragen aufwerfen. „Besonders die Geschichte vom Sterben Jesu beschäftigte die Teilnehmenden sehr. Dafür brauchten wir mehrere Stunden. Und manchmal haben wir nur miteinander gesprochen, gebetet, Kerzen angezündet und gesungen“, blickt Aranka Leingang zurück. Sie beindruckte auch die Buntheit und Vielfalt der unterschiedlichen Persönlichkeiten, ihr jeweiliger Umgang mit den Bibelgeschichten, die Offenheit und das Beschäftigen mit dem Thema auch über die Stunde hinaus. Rod Stephens, Heilerzieher der Vorwerker Diakonie, sagt: „Mittlerweile leben wir in der St. Markusgemeinde Inklusion im Alltag. Es ist ein Stück Normalität geworden, das es verdient hat, über die Gemeindegrenzen hinaus Schule zu machen“.









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