Sorgen um Zukunft der Katharinenkirche

Die bedeutende Katharinenkirche  soll nicht mehr geöffnet werden, sagt der Leitende Direktor der Lübecker Museen, Prof. Dr. Hans Wißkirchen.
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Die bedeutende Katharinenkirche soll nicht mehr geöffnet werden, sagt der Leitende Direktor der Lübecker Museen, Prof. Dr. Hans Wißkirchen.

Wird das Gotteshaus in der Königstraße nach Sanierung nicht mehr geöffnet?

shz.de von
02. Januar 2015, 13:37 Uhr

Seit Herbst 2011 ist die als Museumskirche genutzte Katharinenkirche nicht mehr zugänglich. Sanierungsarbeiten, die mehrere Millionen Euro verschlangen, machten die Schließung notwendig. Geht es nach dem Willen von Prof. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, dann soll der bedeutende Sakralbau in der Königstraße weiterhin verschlossen bleiben und nur noch zu Großereignissen – wie etwa der Museumsnacht – der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Hauke Wegner, denkmalschutzpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Die deutliche Äußerung von Professor Wißkirchen überrascht. Obwohl die Hansestadt Lübeck und der Bund über drei Millionen Euro für die Sanierung ausgegeben haben, soll die Katharinenkirche als Museumskirche verschlossen bleiben. Das wäre eine sehr unbefriedigende Lösung.“

Anfang des Jahres 2014 hatte die CDU-Bürgerschaftsfraktion vorgeschlagen, gemeinsam nach Lösungen für die Öffnung der Kirche zu suchen. Dieses Ansinnen wurde von der damaligen Bürgerschaftsmehrheit abgelehnt. „Hoffentlich besteht jetzt, nach dem Abschluss der Sanierung, die Bereitschaft fraktionsübergreifend mit der Kulturstiftung ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten“, so Hauke Wegner. Es könne nicht reichen, dass die Kirche nach den derzeitigen Planungen lediglich auf Anfrage zugänglich sein wird. Der Kulturausschuss der Bürgerschaft sollte sich in seiner nächsten Sitzung mit dieser Thematik beschäftigen. Die Kirche des ehemaligen Franziskaner-Klosters ist schließlich die einzige erhaltene Klosterkirche in Lübeck und damit ein bedeutendes Kulturdenkmal.“

Die Katharinenkirche, auch St. Katharinen zu Lübeck genannt, wird seit den 1980-er Jahren als Museumskirche verwaltet, seit Herbst 2011 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Doch ein schlüssiges Konzept, wie es nach Abschluss der Bauarbeiten weitergehen soll, fehlt bisher. Mit der Ankündigung der dauerhaften Schließung gewinnen die verworfenen Vorschläge aus dem Februar 2014 wieder an Gewicht: Man könne St. Katharinen gut als Ausstellungsraum für die Jahresschauen der Gemeinschaft Lübecker Künstler nutzen, nachdem im Burgkloster entsprechenden Flächen durch den Bau des Hansemuseums nicht mehr vorhanden sind. Ebenso würden Konzerte für mittelalterliche Musik gut in das Ambiente passen.

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