Segelflieger am Boden

Aero Club Lübeck weiterhin heimatlos

shz.de von
29. Januar 2015, 15:10 Uhr

Der Aero Club von Lübeck e.V. zählt etwa 150 Mitglieder, die ihr Hobby nicht ausüben können. Nach über 64 Jahren Vereinsgeschichte steht der Segelflug in Lübeck-Blankensee vor dem Aus, nachdem der neue Flughafenbetreiber den Pachtvertrag auf dem Flughafen Blankensee 2014 nicht verlängerte. Nun droht auch die Räumung des Lagers auf dem Gelände bis zum April.

Im Hauptausschuss der Bürgerschaft sagte Senator Sven Schindler (SPD), die Erkundung von Ersatzstandorten in der Region für den Aero Club Lübeck sei noch im Gange. Grund seien die Die strengen Vorgaben an eine mögliche Fläche, die neben einer Größe von mindestens 1000 mal 100 Metern auch keine Knicks und Hochspannungsleitungen im Nahbereich haben dürfe. Nachdem auf Lübecker Stadtgebiet keine entsprechenden Flächen gefunden werden konnten, werde nun auch eine Überprüfung von Flächen im Kreis Herzogtum Lauenburg auf Tauglichkeit vorgenommen.

Im Hauptausschuss erläuterten die Vorstandsmitglieder des Aero Club Rüdiger Kosemund und Florian Mösch die missliche Situation der Segelflieger. Bis zum 1. April sei der Verein durch aufgerufen, auch die Lagerhallen zu räumen. Dieser Vorgang bringe den Verein in Bedrängnis, da auch eine eingehende Suche nach anderweitigen Möglichkeiten zur Lagerung des hochpreisigen Fluggeräts kein Ergebnis erbracht habe. Für den Aero Club stehe aktuell im Vordergrund, geeignete Liegenschaft für das Hab und Gut des Vereins zu finden.

„Die Interessen des Aero Clubs werden nicht gewahrt“, sagt Michelle Akyurt (Grüne), obgleich im Flughafen-Insolvenzvertrag eine Klausel zu einer Wahrung der Vereinsinteressen seitens der Stadt unterschrieben worden sei. Zumindest bis andere Lagerräume zur Unterbringung der Gerätschaften gefunden seien, solle der Verein daher auf dem Gelände belassen dürfen.

„Die Klausel besagt nicht, dass der Segelflugclub eine rechtliche Zusicherung der Interessenwahrung hätte“, erklärte Bürgermeister Bernd Saxe. Vielmehr ginge es um die Abwägung der unterschiedlichen Interessen und ohnehin gehörte die Beurteilung des Falles und der Sicherheitsbedenken zum Entscheidungsbereich der Luftfahrbehörde des Landes.

Nach Hadern stimmten die Ausschussmitgliedern einem Antrag von Michelle Akyurt zu, der den Bürgermeister aufruft sich nochmalig in Gespräche mit den Verantwortlichen zu begeben, um zu einer Lösung für die missliche Lage des Segelflugvereins beizutragen.

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