Steigende Kosten, höhere Eintrittspreise : Schwimmbäder in Lübeck: „Ein Fass ohne Boden“

Aufwändig und kostspielig in der Unterhaltung: das alte Lübecker Zentralbad in der Schmiedestraße.
Aufwändig und kostspielig in der Unterhaltung: das alte Lübecker Zentralbad in der Schmiedestraße.

Die Sparbeschlüsse der Bürgerschaft haben nicht den erhofften Erfolg gebracht. Jetzt sollen die Eintrittspreise steigen.

shz.de von
07. Januar 2015, 14:43 Uhr

Eigentlich sollten die städtischen Schwimmbäder in den Jahren 2013 und 2014 jeweils fünf Prozent weniger Verlust machen. Im ersten Jahr hat das noch geklappt, 2014 dagegen nicht mehr. Und auch in diesem sind offenbar die politischen Vorgaben nicht zu erfüllen, wie der vorgelegte Wirtschaftsplan zeigt, und das obwohl für 1. Mai eine Erhöhung der Eintrittspreise bereits eingeplant ist.

Mit Jahr 2012 machten die Schwimmbäder der Hansestadt – Sportbad Ziegelstraße, Zentralbad Schmiedestraße und Schwimmbad Kücknitz – einen Verlust von 4,18 Millionen Euro. Die Bürgerschaft beschloss, den Zuschuss für zwei Jahre um jeweils fünf Prozent zu senken. Das gestaltet sich allerdings ausgesprochen schwierig. So hat sich die Zahl der Schülerbesuche in fünf Jahren um 22.340 verringert. Bei den Vereinen nahm die Zahl der Besucher um 8000 ab.

Gleichzeitig steigen aber die Betriebskosten. Auch wenn die Energiekosten im Moment nicht steigen, kommen immer neue Vorschriften zur Sicherheit, Hygiene und Technik. Auch die neue Regensteuer muss der städtische Eigenbetrieb für seine versiegelten Flächen zahlen. „Die Schwimmbecken sind keine große Badewannen“, sagt Sieglinde Schüssler, Leiterin des städtischen Eigenbetriebs. So sei man verpflichtet, pro Besucher 30 Liter Frischwasser zuzuführen.

Um einen Teil der Verluste auszugleichen, ist eine Erhöhung der Eintrittspreise zum 1. Mai geplant. Details gibt es dazu noch nicht. Die letzte Anpassung gab es im Jahr 2010. Damals nahm die Zahl der Besucher um sieben Prozent ab.

Die Schwimmbäder haben auch Probleme außerhalb des Wassers: Sie müssen den Abriss des AquaTop in Travemünde bezahlen. Der kostete 1,95 Millionen Euro. Die derzeitige Rasenfläche kostet 25.000 Euro Grundsteuer im Jahr. Die Kosten für die Pflege des Rasens übersteigen die Einnahmen aus der Vermietung der Fläche für Veranstaltungen.

Das städtische Beteiligungscontrolling lehnt den Wirtschaftsplan der Schwimmbäder ab, weil die Sparvorgaben nicht eingehalten werden. Jetzt muss die Bürgerschaft entscheiden, ob sie ihre beschlossenen Sparauflagen lockert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen