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Schwache Hoffnung für Obdachlose in Lübeck

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Leerstehende Räume werden zur Erweiterung des Bodelschwingh-Haus genutzt – aber nur befristet

Die Obdachlosenunterkunft im Bodelschwingh-Haus auf Marli ist längst überbelegt. Nach zwei Debatten im Sozial- und Hauptausschuss der Lübecker Bürgerschaft ist die Stadtverwaltung nun bereit, weitere Räumlichkeiten für die Aufnahme obdachloser Menschen in Lübeck zur Verfügung zu stellen – allerdings nur befristet. Das Raumangebot sei keine Dauerlösung, betont Lübecks Sozialsenator Sven Schindler (SPD).

Die Obdachlosenunterkunft Bodelschwingh-Haus am Meesenring leidet bereits seit den Sommermonaten unter chronischer Überbelegung (wir berichteten). Nach dem Wintereinbruch Ende letzten Jahres, hatte sich die Lage durch die Witterungsbedingungen noch verschärft. Die Hansestadt sah jedoch keinen Anlass, eine schnelle Lösung zu suchen.

Wie Senator Sven Schindler jetzt im Ausschuss für Soziales berichtete, wird nun doch dem Dringlichkeitsantrag von Silke Mählenhoff (Grüne) entsprochen. Weitere, bisher leerstehende Räumlichkeiten, im Meesenring werden für eine Erweiterung des Heimes genutzt. Lediglich die Einhaltung von Brandschutzauflagen und Fluchtwegen müsse noch geprüft werden, ansonsten stehe der Nutzung nichts mehr im Wege. Eine langfristige Lösung für die Unterbringung Obdachloser böten die Räume jedoch nicht, betonte Schindler erneut. Auch die Hinzunahme der benachbarten Räume, würde das grundsätzliche Problem nicht lösen. Zum einen seien die Räumlichkeiten durch den Bürgermeister nur befristet freigegeben, zum anderen sei die bloße Erweiterung in dieser Form nicht zielführend, um ausreichende Kapazitäten für Unterbringung und Betreuung der wohnungslosen Personen zu gewährleisten.

Die Stadtverwaltung befinde sich aktuell in Gesprächen mit der Vorwerker Diakonie, um Grundsätzliches zu klären und und ein neues Gesamtkonzept für eine langfristige Lösung zu entwickeln, so Schindler weiter. Es werde auch zunehmend in Erwägung gezogen neue Standorte zu diesem Zweck zu erschließen, um die Situation Wohnungsloser in Lübeck nachhaltig zu verbessern.

Aufgrund der Beobachtung einer Gruppe Obdachloser nicht-deutscher Staatsbürgerschaft, die regelmäßig im Eingang des ehemaligen C&A Gebäudes in der Mühlenstraße nächtigten, griff auch die Lübecker Steuerungsgruppe Integration das brisante Thema auf. Die Verwaltung teilt dazu mit, dass die betreffenden Personen auch nach mehrmaliger Ansprache durch Mitarbeiter der Vorwerker Diakonie das Angebot einer Obdachlosenunterkunft nicht angenommen hätten.

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