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Lübeck

18. Dezember 2017 | 05:03 Uhr

Schuppen vor dem Verfall

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kein Unterhalt für Lübecks alte Hafengebäude auf der Nördlichen Wallhalbinsel

Im August 2013 war Lübecks ambitioniertes Großprojekt „Kailine“ – die Bebauung der Nördlichen Wallhalbinsel – vom Stradtparlament gekippt worden. Auf dem Hafenareal sollten Luxuswohnungen, Cafés und Geschäfte entstehen. Nach dem Beschluss der Bürgerschaft wird ein Alternativmodell, das den Erhalt der alten Hafenschuppen vorsieht, innerhalb zwei Jahren zur Entscheidung vorgelegt. Aber: In der Zwischenzeit verfallen die historischen Schuppen zusehends.

Noch bis Ende 2015 können Vorschläge für die Gestaltung der Nördlichen Wallhalbinsel den städtischen Gremien vorgelegt werden. Der Verfall der alten Hafenschuppen könnte der Politik die Entscheidung abnehmen. Die Hafengebäude müssten dringend saniert werden. Das würde mehr als 1,5 Millionen Euro kosten, hat die KWL ausgerechnet, eine Tochtergesellschaft der Hansestadt mit den Tätigkeitsfeldern Projektentwicklung, Immobilienmanagement und Parken in Lübeck.

Die KWL vermietet im Auftrag der Stadt die Hafenschuppen – offenbar kein gutes Geschäf: Im vergangenen Jahr wurden 124 399,38 Euro an Mieten eingenommen, die Bewirtschaftung kostete aber 134 494,99 Euro. Das macht ein Minus von 10 095,61 Euro. Die KWLdarf seit 2002 auf Grund eines Bürgerschaftsbeschlusses keine Baumaßnahmen durchführen, die mehr als 3000 Euro kosten, und das hat Folgen: So gibt es im Schuppen A Leckagen im Dach, Pilzbefall und vermoderte Holzbohlen. Rund 200 Quadratmeter der Halle sind gesperrt, weil Teile des Dachs einstürzen könnten. Die Sanierung dieses Schuppens würde 509 732 Euro kosten, für alle Hafenschuppen wären 1,539 Millionen Euro notwendig, sonst würden sich die Schäden vergrößern, stellt die KWL fest. Eine Modernisierung oder umfassende Sanierung sei in der Kalkulation noch nicht enthalten.

Die Lübecker Stadtverwaltung verweist jetzt auf einen Beschluss der Bürgerschaft vom Juni diesen Jahres: Der CDU-Antrag zur Instandhaltung von substanzgefährdenden Schäden wurde damals mehrheitlich abgelehnt. „Zur Herstellung der Verkehrssicherheit reicht eine (Teil-) Sperrung der betroffenen Gebäudeflächen aus. Im Einzelfall können auch Entmietungen geboten sein“, heißt es in dem Bericht der Verwaltung an die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik der Hansestadt.



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