Schöne Poller gibt’s nur gegen Aufpreis

In Lübeck gibt es nur noch Billig-Poller. Für alles andere müssen die Anlieger zahlen.
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In Lübeck gibt es nur noch Billig-Poller. Für alles andere müssen die Anlieger zahlen.

Metallstäbe verunzieren die Torstraße in der Travemünder Altstadt

shz.de von
24. August 2015, 14:54 Uhr

Kein schöner Anblick im idyllischen Teil des Lübecker Ostseebades: Die Torstraße durch die Travemünder Altstadt ist mit Metallstäben zugepollert. Das soll sich ändern, hieß es nach einer Begehung im vergangenen Jahr. Bäume oder Granitblöcke sollten die Straße schöner machen. Doch daraus wird nichts: Die Hansestadt Lübeck möchte Geld von den Anliegern sehen, wenn sie schönere Poller haben wollen.

„Einflugschneise“ wird die Torstraße von den Travemündern in Anspielung auf die rot-weißen Poller spöttisch genannt. Die auffälligen Metallstangen prägen das Ortsbild der historischen Travemünder Altstadt. Im Herbst vergangenen Jahres fand eine Begehung mit der Lübecker Bauverwaltung statt. Es sollten bessere Lösungen als diese Poller gesucht werden, wie etwa Bäume, Pflanzkübel oder Granitblöcke.

Doch statt die touristische Infrastruktur zu verbessern, hat die Hansestadt Lübeck jetzt noch weitere Poller aufgestellt. „Das ist eine Dreistigkeit der Verwaltung, weitere Poller aufzustellen – die Zusage der Stadt war eine andere!“, ist Bürgerschaftsmitglied Thomas Thalau, Mitglied im Kreisvorstand der CDU Lübeck, verärgert, der das Thema schon im Bauausschuss angesprochen hat.

Nicole Dorel, Sprecherin der Stadtverwaltung, hat für die Anlieger eine überraschende Antwort parat: „Generell werden Pflanzkübel nur noch aufgestellt, wenn Anlieger sich verpflichten, die Pflege zu übernehmen. Eine weitere Alternative ist die Aufstellung von Granitpollern. Die Mehrkosten sind in diesem Fall von den Anliegern zu tragen. Beides kam in der Torstraße nicht zum Tragen, so dass die rot-weißen Poller aufgestellt wurden.“ Preise für die Granitpoller nennt die Stadtsprecherin nicht.

Das Thema wird im September auch den Lübecker Senat beschäftigen, wenn er seine jährliche Sitzung in Travemünde abhält. Der Ortsrat hat eine entsprechende Anfrage gestellt.






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