zur Navigation springen
Lübeck

24. Oktober 2017 | 14:17 Uhr

Schlaflos im früheren Baumarkt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ungeziefer, Krankheiten, Krätzemilbe? / Flüchtlinge bemängeln Zustände in Unterkunft / Kompromiss mit der Stadt

Rund 130 Flüchtlinge sind aktuell im ehemaligen Baumarkt in Genin untergebracht. Und dort sollen die Zustände schlimm sein: Ungeziefer, Krankheiten und schlaflose Nächte. Mittwoch gab es ein Gespräch mit den Verantwortlichen. Jetzt soll es Verbesserungen geben.

Es gibt viele Berichte über die Zustände in dem Baumarkt. So soll dort zum Beispiel die Krätzemilbe unterwegs sein. Ein Baby sei ins Krankenhaus gekommen. Das stimmt nicht, so die Stadt. Das Baby habe lediglich einen Windelausschlag. Welche Vorwürfe stimmen und welche nicht, kann nicht überprüft werden. Die Stadt duldet keinen Besuch im Haus. Auch Presseanfragen nach Innenaufnahmen werden abgelehnt.

Mittwoch versammelten sich knapp 50 Bewohner vor dem Baumarkt. Sie forderten, wieder in das Containerdorf auf dem Volksfestplatz oder eine andere Erstaufnahme gebracht zu werden. Dort könne man zumindest nachts schlafen. Im Gebäude diskutierten Sozialsenator Sven Schindler und Dörte Eitel, Leiterin der Gemeindediakonie, mit dem Lübecker Flüchtlingsforum über die Probleme. Es gab einen Kompromiss. So wurde die automatische Lüftungsanlage auf manuellen Betrieb umgestellt, die Verpflegung soll besser werden und bis Weihnachten alle noch anstehenden Arbeiten im Gebäude abgeschlossen werden. Außerdem wird eine Kleiderkammer eingerichtet, die von ehrenamtlichen Helfern des Flüchtlingsforums betrieben wird. Der wichtigste Punkt ist aber eine feste Ansprechpartnerin für die Flüchtlinge, die Probleme weitergeben und vermitteln kann.

Den Flüchtlingen ist es wichtig zu sagen, dass sie dankbar für die Aufnahme in Deutschland sind. Sie möchten nur einen Raum zum Leben und eine kleine Küche, um ihre eigenen Speisen zuzubereiten.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen