Schlachthof: Es wird groß gedacht

Die Stadt bremst in Fragen der Bebauung des alten Schlachthofes. Jetzt soll erst die Bürgerbeteiligung abgewartet werden.
Die Stadt bremst in Fragen der Bebauung des alten Schlachthofes. Jetzt soll erst die Bürgerbeteiligung abgewartet werden.

Die Hansestadt Lübeck will erst die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zu „Lübeck Übermorgen“ abwarten

shz.de von
08. März 2018, 15:11 Uhr

Seit nunmehr zwölf Jahren stehen die Gebäude des Lübecker Schlachthofs in Lübeck an der Schwartauer Allee leer. Und das wird auch die kommenden Jahre so bleiben. Denn bisher ist nicht einmal der städtebauliche Wettbewerb zur Überplanung des Areals gestartet. Die Stadtverwaltung wartet noch die Bürgerbeteiligungen zu „Lübeck Übermorgen“ ab.

Jahrelang hat ein Investor versucht, auf dem Gelände an der Schwartauer Allee eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe zu realisieren (wir berichteten). Der Stadt gefiel das Vorhaben in der vorgestellten Größenordnung nicht. Der Investor hat das Gelände inzwischen an einen Supermarkt-Betreiber (Kaufland) veräußert. Aber auch der dürfte Probleme bekommen, sein Bauvorhaben schnell umzusetzen.

Im Mai vergangenen Jahres hatte die Lübecker Bürgerschaft nach langer Diskussion beschlossen, dass das gesamte Gebiet – vom Brolingplatz bis hin zur Altstadt – zu überplanen. Die Kosten für die Untersuchung werden zwischen 120 000 bis 150 000 Euro betragen. Die Ergebnisse sollten bis zur Jahresmitte 2018 vorliegen. Daraus wird wohl nichts. Weil ein Bürgerbegehren zum Thema Schlachthof-Bebauung angelaufen war, hatte die Stadt den städtebaulichen Wettbewerb gestoppt.

Das Bürgerbegehren wurde zwar nach dem Besitzerwechsel dort, aufgegeben, eine Ausschreibung für die Überplanung gibt es trotzdem nicht. Man wolle die ersten Ergebnisse der Bürgerbeteiligung „Lübeck Übermorgen“ abwarten, teilte die Bauverwaltung im zuständigen Fachausschuss der Bürgerschaft mit. Geplant ist neben der großen Diskussion zur Zukunft der Stadt Anfang Juni auch eine eigene Bürgerbeteiligung rund um das Schlachthofgelände. Diese sollen dann im Ausschreibungstext für den Wettbewerb berücksichtigt werden. „Die Bürger können einen Beitrag leisten“, sagt Lübecks Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos). Sie wirbt dafür, „in größeren Maßstäben zu denken und nicht auf Briefmarken-Größe zu planen“.

Wenn der Ausschreibungstext für die großräumige Planung fertig ist, dauert es rund ein halbes Jahr bis Ergebnisse vorliegen. Erst dann wird ein Bebauungsplan aufgestellt. Wenn es gut läuft, erlangt der nach einem weiteren Jahr Rechtskraft. Da die Stadtverwaltung eine klare Präferenz für eine reine Wohnbebauung auf dem Areal des verwaisten Schlachthofes hat, ist unklar, ob der „Kaufland“-Betreiber sein Interesse am Bau eines großflächigen Supermarktes aufrecht erhält.





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