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„Ostsee in einer Hand“ : Schifffahrtsämter Stralsund und Lübeck gehen zusammen

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Die Wasser- und Schifffahrtsämter Stralsund und Lübeck werden verschmolzen. Wie die Aufgabenverteilung künftig aussehen soll, blieb bislang unklar. Der jahrelange Personalabbau sei gestoppt, hieß es.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2015 | 15:39 Uhr

Stralsund | Der Schiffsverkehr auf der deutschen Ostsee soll künftig zentral gesteuert werden. Im kommenden Jahr werde mit der Neustrukturierung der Wasser- und Schifffahrtsämter in Stralsund und Lübeck zu einem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee begonnen, sagte am Freitag der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte. „Wir werden die Ostsee in einer Hand haben. So wie es sich gehört.“ Die Behörden in Stralsund und Lübeck blieben als gleichwertige Standorte erhalten.

Witte zeigte sich zuversichtlich, dass mit der neuen Struktur die Effizienz steigen werde und Kapazitäten gebündelt werden könnten. Mit der Verschmelzung der beiden Ämter werde es keinen weiteren Personalabbau geben.

Die Verschmelzung ist Teil der bundesweiten Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Im Zuge der Reform wurde auch der Standort Stralsund diskutiert. Vor einem Jahr hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Erhalt aller bundesweit 39 Standorte zugesichert. Wie genau die künftige Aufgabenverteilung unter den Standorten Stralsund und Lübeck aussehen wird, blieb bislang unklar.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Stralsund beging am Freitag sein 25-jähriges Bestehen. Als „Autobahnmeisterei“ ist die Behörde für 800 Kilometer Wasserstraßen in der Ostsee und 130 Kilometer in Binnengewässern zuständig. Rund 1200 Tonnen sowie 150 Baken und Feuer müssen durch die Mitarbeiter gewartet werden. Damit liegen laut WSA rund ein Drittel aller vor Deutschlands Küsten ausgelegten Seezeichen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Allein im WSA Stralsund wurden seit 1990 rund 160 der einst 448 Stellen eingespart.

Witte lobte das Engagement der Mitarbeiter, die in den vergangenen Jahren einen „ungeheuren Einsatz und großen Pragmatismus“ gezeigt hätten. So wie vor 25 Jahren erlebten die Ämter jetzt eine Zeit des Um- und Aufbruchs. Der Leiter des Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamtes, Holger Brydda, hatte vor wenigen Tagen vor einer Absenkung von gewohnten Standards gewarnt. Durch die in den vergangenen Jahren umgesetzte Personalreduzierung passiere es, dass Behördenschiffe nicht mehr so eingesetzt werden könnten wie bislang. So würden Tonnen und deren Verankerungen nicht mehr im Zwölfmonatsrhythmus - einem über Jahre bewährten Zeitraum - kontrolliert werden können sondern in größeren Zeitabständen. „Wir schieben eine zunehmend größer werdende Bugwelle vor uns her“, sagte der Leiter des Tonnenhofes, Manfred Cygan.

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